Eine beliebte Tradition:
Die nicht biblische Taufe

Millionen von Menschen glauben, in die Nachfolge Jesu getauft worden zu sein. Doch ihre Taufe geschah nicht nach den Vorgaben der Bibel. Wie ist es bei Ihnen?

Von Paul Kieffer

Millionen von Menschen nennen sich Christen und glauben, Jesu Nachfolger zu sein. Die allermeisten von ihnen sind auch getauft worden, und in der Taufe sehen sie das äußere Zeichen ihrer Zugehörigkeit zu Jesus bzw. zu seiner Kirche. Dass Menschen zu den Nachfolgern Jesu gehören wollen, ist sicherlich positiv. Sie meinen es auch aufrichtig. Also geht es uns in diesem Beitrag nicht um eine Beurteilung ihrer Motive oder ihrer Aufrichtigkeit, denn nur Gott kann die wahren Beweggründe unseres Herzens erkennen.

Jeder, der Jesu Nachfolger sein will, ist jedoch gut beraten, eine Warnung Jesu zu beherzigen, die wir in Markus 7, Verse 6-7 finden: „Dies Volk ehrt mich mit den Lippen; aber ihr Herz ist fern von mir. Vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts sind als Menschengebote“ (alle Hervorhebungen durch uns). Es ist möglich, Jesus vergeblich zu dienen! Ob wir es aufrichtig meinen, spielt dabei keine Rolle. Entscheidend ist, ob wir uns an „Menschengebote“ halten – menschliche Traditionen, die mit dem Wort Gottes nicht im Einklang stehen.

Unter den Hunderten von christlichen Konfessionen und Glaubensgemeinschaften gibt es in Bezug auf die Taufe unterschiedliche Lehren und Praktiken. Die Logik selbst sagt uns, dass alle diese Lehrmeinungen nicht bibelkonform sein können. Zumindest einige müssen daher dem Bereich „Menschengebote“ zugeordnet werden.

Die Bibel soll unser Maßstab sein, wenn es um wichtige Fragen des christlichen Lebens geht. Ist die Taufe unbedingt erforderlich, um gerettet zu werden? Welche äußere Form der Taufe ist die richtige: Besprengen, Übergießen oder Untertauchen? Wurden Säuglinge und Kinder in der Gemeinde des Neuen Testaments getauft? Ist vor der Taufe eine „Bewährungsprobe“ notwendig oder sollte man sofort getauft werden?

Sind Sie sicher, dass Ihre Taufe nach den Vorgaben der Bibel erfolgt ist? Oder wurden Sie nach den Bestimmungen von „Menschengeboten“ getauft? Wenn Letzteres der Fall ist, kann es sein, dass Sie Jesus vergeblich dienen – auch wenn Sie es aufrichtig meinen!

Folgen wir dem Beispiel der Juden in Beröa (Apostelgeschichte 17,10-11) und prüfen wir anhand der Bibel, ob unsere Taufe nach biblischen Kriterien erfolgt ist.

Die äußere Form der Taufe

Beginnen wir unsere Untersuchung mit der Frage nach der äußeren Form der Taufe. Was wurde im Neuen Testament angewendet: Besprengen, Übergießen oder Untertauchen? Bei der Vielzahl heutiger Konfessionen mit ihren unterschiedlichen Lehren dürfte es keine Überraschung sein, dass in Bezug auf diese Frage diverse Praktiken existieren. Einige taufen durch Übergießen, andere praktizieren das Besprengen und wieder andere das Untertauchen. Manche sind sogar der Meinung, dass alle drei Methoden zulässig sind, denn es kommt nur darauf an, dass man getauft wird. Besprengung als Modus für die Taufe wird von denen angewendet, die Säuglinge taufen.

Einen Hinweis auf die biblische Form der Taufe haben wir durch die Sprache, in der das Neue Testament ursprünglich abgefasst wurde – Griechisch. Im Neuen Testament wird das griechische Wort baptizo für „taufen“ verwendet. Dieses Wort heißt übersetzt „untertauchen“ und hat die Bedeutung „hineintauchen, hineintun“, nicht „besprengen“ oder „übergießen“. Für die beiden letzteren Ausdrücke gibt es griechische Wörter. „Besprengen“ heißt rantizo, und „übergießen“ ist cheo. Der heilige Geist hat aber nicht diese Wörter inspiriert, sondern baptizo, was „untertauchen, hineintun“ bedeutet.

Daraus leitet sich ab, dass Besprengen und Übergießen kein Taufen im biblischen Sinne sind. Wer dennoch auf diese Weise „tauft“, folgt menschlicher Tradition und nicht der Bibel.

Bei der Bedeutung des im Neuen Testament verwendeten Wortes baptizo erübrigt sich eigentlich jede Diskussion über die richtige Form des Taufens. Es ist, als würde man fragen, welche Form des Untertauchens die richtige sei – Besprengen, Übergießen oder Untertauchen? Oder: „Wie wollen wir heute Ski fahren – wollen wir Schlittschuh laufen oder Ski fahren?“ Besprengen und Übergießen sind kein biblisches Taufen.

Die Beschreibung des Taufens im Neuen Testament bestätigt unsere Feststellung. Über Johannes den Täufer wird z. B. berichtet, dass er in der Gegend von Enon bei Jerusalem taufte, „denn es war da viel Wasser“ (Johannes 3,23). Hätte Johannes die Taufe mittels Besprengen oder Übergießen ausgeführt, so hätte er nur einen Becher bzw. einen Krug gebraucht. Taufen – Untertauchen – erfordert jedoch „viel Wasser“ wie in einem Fluss. Wir sehen also, dass Johannes der Täufer mit „viel Wasser“ taufte und nicht lediglich einen Becher voll Wasser über den Täufling goss oder ihn mit einigen Tropfen besprengte.

Über Jesu Taufe lesen wir in Matthäus 3, Vers 16 Folgendes: „Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser.“ Daraus lässt sich ableiten, dass Jesus wohl in das Wasser hineingetaucht wurde, denn sonst wäre er nicht aus dem Wasser heraufgestiegen. Demzufolge ist das Beispiel der Taufe, das Jesus uns gab, das des Untertauchens. Wer auf andere Weise getauft wurde, folgte in diesem Punkt nicht in den Fußtapfen Jesu nach.

Die Taufe des äthiopischen Kämmerers wird wie folgt beschrieben: „Und als sie [Philippus und der Kämmerer] auf der Straße dahinfuhren, kamen sie an ein Wasser. Da sprach der Kämmerer: Siehe, da ist Wasser; was hindert’s, dass ich mich taufen lasse? Und er ließ den Wagen halten und beide stiegen in das Wasser hinab, Philippus und der Kämmerer, und er taufte ihn“ (Apostelgeschichte 8,36-38). Es gab absolut keinen Grund für Philippus, tatsächlich in das Wasser hineinzusteigen, es sei denn, dass es keine andere Möglichkeit gab, wie er den Kämmerer in das Wasser hätte hineintauchen können. In Vers 39 heißt es, dass sie „aus dem Wasser heraufstiegen“.

Diese Beispiele bestätigen das Untertauchen als die biblische Form des Taufens. Nur das Untertauchen passt zu der symbolischen Bedeutung der Taufe.

Der Tod des alten Menschen und das neue Leben in Jesus

Nur die Taufe durch Untertauchen erfüllt die biblische Symbolik vom Tod und Begräbnis des alten Menschen und die Auferstehung zu einem neuen Leben in Christus. In Kolosser 2, Vers 12 lesen wir dazu: „Mit ihm seid ihr begraben worden durch die Taufe; mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten.“ Besprengen und Übergießen sind kein „Begräbnis“, noch steht man von ihnen auf. Sie geben die sinnbildliche Bedeutung der Taufe nicht wieder.

Wenn der Täufling unter Wasser getaucht wird, befindet er sich in einem Wassergrab. Das ist auch ein Sinnbild für Jesu Tod: „Wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?“ (Römer 6,3). Das Heraufsteigen aus dem Wasser ist ein Symbol für Jesu Auferstehung von den Toten und unser neues Leben in Christus, das für unsere eigene Auferstehung notwendig ist: „So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein“ (Verse 4-5).

Nur die Taufe durch Untertauchen versinnbildlicht den Tod, das Begräbnis und die Auferstehung Jesu. Es ist ein Sinnbild mit zweifacher Bedeutung, denn die Taufe stellt außerdem die Kreuzigung unseres alten Menschen bzw. unserer früheren Lebensweise dar: „Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen“ (Römer 6,6). Aus dem Wasser steigt dann der „neue“ Mensch heraus zu einem neuen, gerechten, vom Geist geführten Leben in Christus Jesus.

Das Hineinsteigen in das Wasser versinnbildlicht den Tod Christi und des alten Ich. Das Heraussteigen aus dem Wasser schließlich symbolisiert die Auferstehung Christi und einen in geistlichem Sinne „auferstandenen“ Menschen, der von nun an „in einem neuen Leben“ wandelt.

Mit der Taufe durch Untertauchen drücken wir unseren Glauben an Jesus als unseren Erlöser aus. Darüber hinaus zeigen wir, dass wir seinen Tod, sein Begräbnis und seine Auferstehung für uns annehmen. Außerdem bekunden wir unsere Reue über unser bisheriges Leben, das durch das Untertauchen symbolisch „begraben“ wird. Dann steigen wir aus dem Wasser zu einem neuen, besseren Leben heraus. Nur die biblische Taufe durch Untertauchen spiegelt diese wunderbare Symbolik wider!

Das Alter bei der Taufe

Ein weiteres entscheidendes Kriterium für die Beantwortung der Frage, ob unsere Taufe nach biblischem Muster erfolgt ist, hat mit dem Alter des Täuflings bei seiner Taufe zu tun. In den großen christlichen Konfessionen werden neugeborene Kinder in einer feierlichen Zeremonie getauft. Dieser Anlass ist oft für die Familienangehörigen und Verwandten eine Gelegenheit, einen Gottesdienst ihrer Kirche wieder einmal zu besuchen.

Aber gründet sich die heutige Praktik der Säuglingstaufe auf konkrete Beispiele im Neuen Testament? Die häufigste Form der Säuglingstaufe ist das Besprengen mit Wasser. Da die einzige neutestamentliche Form des Taufens das Untertauchen ist, überrascht es nicht, dass wir kein einziges klares Beispiel einer Säuglingstaufe im Neuen Testament finden! Eine Taufe, die sich nicht auf die biblische Form stützt, kann sich nur auf menschliche Tradition gründen – ein „Menschengebot“ also.

Die äußere Form der Taufe ist jedoch nicht der einzige Grund, warum eine Säuglingstaufe mit den Vorgaben der Bibel nicht im Einklang steht. Für die Taufe gibt es nämlich Bedingungen, die ein Säugling unmöglich erfüllen kann. Diese Bedingungen nannte Jesus, als er anfing, das Evangelium vom Reich Gottes zu predigen: „Tut Buße [bereut] und glaubt an das Evangelium!“ (Markus 1,14-15).

Mit den allerersten Worten seines Predigens gab Jesus die zwei Bedingungen bekannt, die man erfüllen muss, um ein Christ zu werden: Reue bzw. Umkehr und Glaube. Das sind auch die zwei Schritte, die wir tun müssen, wenn wir getauft werden wollen! Unsere Reue orientiert sich an Gott und seinen Vorgaben für unsere Lebensführung. Der Glaube richtet sich auf Christus.

Wenn wir bereuen, wollen wir mit dem Sündigen Schluss machen. Sünde ist die Übertretung von Gottes Gesetz (1. Johannes 3,4). Demnach bedeutet Reue, dass man beginnt, nach Gottes Geboten zu leben!

Wir sollen auch an das Evangelium glauben, das Jesus predigte – das Evangelium vom Reich Gottes. Das Evangelium umfasst die guten Nachrichten über das bevorstehende Reich Gottes, das Gottes Herrschaft verkörpert. Gottes zukünftige Regierung in der Welt von morgen wird nach dem Willen Gottes und nicht nach menschlichem Gutdünken gestaltet!

Die von Jesus verkündeten Bedingungen wurden als Voraussetzung für die Taufe bestätigt, als die Apostel zu Pfingsten in dem Jahr, in dem Jesus gekreuzigt wurde, ihren Predigtdienst aufnahmen. Tausende befanden sich anlässlich dieses Festes in Jerusalem. Als der Geist Gottes an jenem Morgen über bzw. in die Jünger kam, beobachteten Tausende die erhabene Zurschaustellung der Kraft des Geistes mit Staunen und Ehrfurcht. Petrus hielt an diesem Tag die erste inspirierte Predigt in der Geschichte des Christentums. Tausende erkannten tief bewegt ihre Schuld. Sie verstanden nun, dass Christus tatsächlich der Messias ist – ihr Erlöser!

„Was sollen wir tun?” fragten sie Petrus und die Jünger. „Wie können wir gerettet werden?“ Petrus war jetzt inspiriert. Seine Antwort lautete: „Tut Buße [bereut] und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes“ (Apostelgeschichte 2,38).

Da haben wir wieder die zwei Bedingungen, die Jesus zu Beginn seines Predigens nannte: Reue und Glaube! Ohne Glauben kann man nicht wirksam getauft werden (Apostelgeschichte 8,37). Schließlich symbolisiert die Taufe den Glauben an den Tod, das Begräbnis und die Auferstehung Christi.

Haben wir aber diese Bedingungen erfüllt, dann verspricht Gott, uns seinen Geist zu geben und damit seine Liebe, seinen Glauben, sein Verständnis, seine Bereitschaft zu vergeben und seine Güte, seine Macht und seine Gesinnung, den Geist eines gesunden Verstandes. Mit dem Empfang des heiligen Geistes erhalten wir auch die Zeugung zum ewigen Leben!

Der Empfang des heiligen Geistes nach der Taufe bedeutet auch unsere Bekehrung. „Bekehrt werden“ bedeutet eine grundsätzliche Neuorientierung in unserer Lebensausrichtung. Wenn wir den heiligen Geist Gottes empfangen, ändert sich die gesamte Lebensauffassung einschließlich der Ziele, die wir uns stecken. Es geht um die Erneuerung unseres Verstandes.

Mit dem Empfang des Geistes stehen wir erst am Anfang unseres Weges mit Gott. Wir müssen mit geistlicher Speise, nämlich dem Wort Gottes, genährt werden und geistliches Wachstum verzeichnen, d. h. „in der Gnade und Erkenntnis Christi“ wachsen (2. Petrus 3,18). Wir widerstehen nun der Versuchung zur Sünde und üben Selbstdisziplin. Wir wachsen in Liebe, Glauben und Verständnis und sind bemüht, so zu handeln wie Jesus. In unserem neuen Leben gilt es, Verfolgungen, Schwierigkeiten und Anfechtungen bis ans Ende zu erdulden (Matthäus 10,21).

Vor dem Hintergrund dieser biblischen Sichtweise fragen wir: Welcher Säugling ist in der Lage, Reue und Glaube zu verstehen und die Verpflichtung auf sich zu nehmen, die mit der Taufe einhergeht? Welche Sünden hat ein Säugling überhaupt begangen, die seine Umkehr erforderlich machen? Es ist offensichtlich, dass kein Säugling eine solche Entscheidung treffen kann. Daher finden wir kein einziges Beispiel einer Säuglingstaufe im Neuen Testament!

In Wirklichkeit stellt die heutige Praktik einer Art „Bestätigung“ der Säuglingstaufe, die man Jahre später als Jugendlicher in Form der Firmung bzw. Konfirmation abgibt, das neutestamentliche Beispiel der Taufe auf den Kopf. Statt einer bewusst getroffenen Entscheidung für Gottes Weg und einer erst daraufhin vollzogenen Taufe findet heute zuerst die Taufe und erst nach Jahren die bewusste Entscheidung für Gott und seinen Lebensweg statt. Biblische Belege für diese Sichtweise gibt es jedoch keine.

Sind Sie als Säugling getauft worden? Wenn ja, dann gründet sich Ihre Taufe nicht auf die Vorgaben der Bibel, sondern auf menschliche Tradition. Für Sie sind dann folgende Fragen wichtig: Habe ich als Säugling die biblischen Bedingungen für meine Taufe erfüllt? Wenn nicht, war meine Taufe in Gottes Augen gültig? Oder ist sie ein Beispiel für das „vergebliche Dienen“, vor dem Jesus gewarnt hat?

Ist die Taufe für Kinder?

Wenn die Taufe nicht für Säuglinge ist, wie sieht es dann mit der Taufe im Kindesalter aus? Getauft werden kann erst dann, wenn man vollständig bereut hat. Nur wer dem wahren Evangelium (der Botschaft über das Reich oder die Regierung Gottes, die Jesus überbrachte) und an Jesus Christus als persönlichen Erlöser glaubt, kann getauft werden (Apostelgeschichte 2,38; 8,37; 16,31).

Die mit dem Empfang des heiligen Geistes eingeleitete „Bekehrung“ ist jedoch lediglich der Anfang. Damit beginnt ein neues Leben unter der Regierung Gottes, nach Gottes Gesetzen, die seinen Willen zum Ausdruck bringen – nicht nach dem eigenen Willen und eigenen Plänen. Hier spielt die innere Haltung eine entscheidende Rolle.

Haben Kinder jene Reife erlangt, um die Tragweite der Entscheidung für Gott zu verstehen? Der menschliche Verstand wird erst ab etwa 18 Jahren reif und erreicht erst mit etwa 25 Jahren seine volle Reife, wenn es auch oftmals Ausnahmen gibt. Einige wenige sind bereits reif und haben eine vernünftige, ernsthafte Lebensauffassung vor dem 18. Lebensjahr. Sie sind aber die Ausnahme und nicht die Regel.

Ein Kind bzw. ein Jugendlicher, der die volle geistige Reife noch nicht erlangt hat, kann ein Gefühl des vorübergehenden Bedauerns erleben und das als wahre Reue empfinden. In Wirklichkeit ist es aber eine vorübergehende Gefühlswallung, die in den meisten Fällen bald vergessen sein wird.

Wie viele Jugendliche zwischen dreizehn und achtzehn Jahren sind mehr als ein Mal davon überzeugt, die „große Liebe“ ihres Lebens gefunden zu haben? Sie sind sich dessen sicher und lassen es sich nicht ausreden. Meistens wachsen sie dann aus dieser Haltung heraus, aber in manchen Fällen mögen sie wirklich „wissen, was sie wollen“, wobei das die seltene Ausnahme ist. Bei Reue und Glauben verhält es sich ähnlich.

Ein Kind, das im Alter von zwölf bis fünfzehn Jahren getauft wird, mag es zu diesem Zeitpunkt noch so ernst meinen, aber wenn es das Alter zwischen 16 und 21 erreicht, macht es völlig neue Erfahrungen im Leben. Es gerät unter verschiedene Einflüsse seiner Altersgenossen, die heute ganz anders sind als vor ein paar Generationen.

Der junge Mensch kommt mit vielen Versuchungen in Berührung, die besonders auf die energiegeladene, dynamische, ruhelose Jugend in dieser Phase stärkster sexueller Anziehung abgestimmt sind. Die Erfahrung lehrt, dass nicht einer von vielleicht hundert vor diesem Alter wirklich „bekehrt“ sein und auch bekehrt bleiben kann und in der Lage ist, während dieser schwierigen Jahre ständig geistlich zu wachsen und Christus und dem Reich Gottes immer näher zu kommen.

Johannes der Täufer erwartete, dass Taufkandidaten „rechtschaffene Frucht der Buße [Reue]“ zeigten. Der Wandel in ihrem Leben sollte sich durch entsprechende Früchte in ihrer Lebensführung bestätigen. Daher sollten Jugendliche ihre Reue, ihre ständige Aufrichtigkeit und Ernsthaftigkeit durch ein paar Jahre solcher „Früchte“ unter Beweis stellen.

Sollten auch Erwachsene vor der Taufe warten?

Wie verhält es sich bei Erwachsenen? Sollten auch sie bei echter Reue und Glauben erst warten und die „Frucht der Buße“ hervorbringen? Es gibt Glaubensgemeinschaften, die bei ihren Taufkandidaten darauf bestehen, dass mit der Taufe gewartet wird, bis sich die Anwärter „bewähren“.

Anscheinend erwarten sie, dass der Taufkandidat erst einmal beweist, dass er den heiligen Geist besitzt und ein gerechtes, geistliches Leben führt bzw. einen bestimmten Stand an geistlicher Erkenntnis erworben hat. Allerdings sagt der Apostel Paulus, dass Gottes Gesetz „geistlich“ ist und dass der „fleischliche“ Sinn des unbekehrten Menschen „dem Gesetz nicht untertan“ ist und es auch nicht sein kann (Römer 7,14; 8,7).

Da man Gottes geistliches Gesetz oder geistliche Dinge in ihrer geistlichen Bedeutung erst dann verstehen kann, nachdem man den heiligen Geist empfangen hat – und der ist nur denen versprochen, die bereits getauft sind –, ist es irrsinnig, Beweise für das Wirken des heiligen Geistes in dem Leben eines Menschen zu erwarten, der noch nicht getauft ist! Erst muss die Person getauft werden.

Andererseits kann jeder erkennen, dass er gesündigt und im Gegensatz zum Willen Gottes gelebt hat, wenn er auch noch nicht das geistliche Verständnis für Gottes Willen haben mag. Gott kann einem Menschen mit fleischlicher Gesinnung bereits vor der Bekehrung Reue gewähren. Man braucht keine akademische Ausbildung in Theologie, um zu bereuen und „in Christus“ getauft zu werden.

Die von Gott bestimmte Reihenfolge lautet also: 1. Predigen des Evangeliums, was bei denen, die Gott beruft, zum Erkennen der Sünde führt und Reue und Glauben an Christus bewirkt; 2. Taufe und 3. Empfang des heiligen Geistes, der ihre Gesinnung verwandelt, sie lehrt und ihnen geistliches Verständnis verleiht; 4. weitere Unterweisung im Halten der Gebote (vgl. dazu Matthäus 28,19-20).

Sollte die Taufe eines Erwachsenen überhaupt hinausgeschoben werden? Sobald man sich seiner früheren sündhaften Lebensweise bewusst geworden und ihrer überdrüssig geworden ist, mit ihr Schluss macht und Gottes Weg gehen möchte; sobald man wirklich diesen früheren Wandel ernsthaft bereut und an Jesus Christus als persönlichen Erlöser glaubt, dem man von nun an auch gehorchen muss; sobald man das neue Leben des gehorsamen Glaubens mit der Hilfe und nach dem Vorbild Jesu Christi beginnen und ein Kind Gottes werden möchte, dann sollte man so bald wie möglich getauft werden!

In jedem im Neuen Testament verzeichneten Fall wurden Menschen, die Reue und Glauben zeigten, sofort getauft. Zu Pfingsten waren es 3000 Menschen an einem Tag. Auch Philippus taufte den äthiopischen Kämmerer sofort. Gott sandte Ananias, um Saulus, den späteren Apostel Paulus, zu taufen. Gleich nach der Begrüßung sagte Ananias: „Und nun, was zögerst du? Steh auf und rufe seinen Namen an und lass dich taufen und deine Sünden abwaschen“ (Apostelgeschichte 22,16). Später taufte Paulus selbst den Gefängniswärter von Philippi „in derselben Stunde der Nacht“ – und das war bereits nach Mitternacht (Apostelgeschichte 16,25. 33). Sie warteten also nicht einmal, bis es hell wurde!

Freilich bedeutet das nicht, dass Gottes Prediger jemanden eiligst taufen sollten, bevor sicher ist, dass in dieser Person eine echte Veränderung des Denkens und Handelns stattgefunden hat, eine wirkliche Unterwerfung unter Gott und seinen Willen. Bei der Verwirrung an Lehren und Praktiken, die heute unter christlichen Kirchen vorherrscht, soll geprüft werden, ob der Taufkandidat menschlichen Traditionen vor den klaren Aussagen der Bibel den Vorzug gibt.

Gottes Diener müssen von der andauernden Reue einer Person und ihrem Glauben an Jesus Christus als ihren persönlichen Erlöser überzeugt sein. Der Prediger muss sicher sein, dass die betreffende Person wirklich von Gott berufen ist (Johannes 6,44), ernsthaft bereut hat und ihr Leben wirklich in die Hände des lebendigen Gottes übergeben möchte. Es hat schon manche unglückliche Situation gegeben, weil man es versäumt hat, Sicherheit bezüglich dieser Punkte zu erlangen und stattdessen kurzfristige Gewissensbisse für echte Reue gehalten hat. Wenn aber jemand alle Bedingungen, die Christus stellt, erfüllt, sollte er ohne Verzögerung getauft werden.

Jesu Jünger sollen taufen

Nach seiner Auferstehung erteilte Jesus seinen Jüngern den klaren Auftrag, das Evangelium zu predigen – dasselbe Evangelium vom Reich Gottes, das er gepredigt hatte – und die Menschen zu taufen, die Gott durch das Predigen des Evangeliums berufen wird. „Dann sagte er zu ihnen: Geht in die ganze Welt und verkündet die Gute Nachricht allen Menschen! Wer zum Glauben kommt und sich taufen lässt, wird gerettet. Wer nicht glaubt, den wird Gott verurteilen“ (Markus 16,15-16; Gute Nachricht Bibel).

Für die Erlangung des Heils ist die Taufe also eine verbindliche Bedingung. Die Taufe ist ein wichtiger Schritt, den man tun muss, um ein Christ zu werden. Wie schlägt man den Weg ein, der letztendlich zum ewigen Leben führt? Jesus hat es klar ausgedrückt: durch die Taufe!

Derjenige, der in der Lage ist, sich taufen zu lassen, sich aber trotzig weigert, diesem Befehl Jesu Folge zu leisten, oder nachlässig den Gehorsam gegenüber dieser Anordnung so lange hinausschiebt, bis es zu spät ist, handelt gegen den Willen Gottes und sündigt, was eine entsprechende Strafe mit sich bringt und sogar zum Verlust des Heils führen kann. Die Taufe ist zur Rettung unbedingt erforderlich, weil Gott sie angeordnet hat. Wer sich Gott in dieser Sache widersetzt, ist ungehorsam und wird kein ewiges Leben erhalten.

Wie sieht es nun bei Ihnen aus? Da Sie diesen Beitrag lesen, meinen Sie es wohl mit Ihrem Christsein aufrichtig. Das ist gut so! Dennoch müssen wir alle Jesu Ermahnung ernst nehmen und ihn nicht vergeblich verehren. Haben Sie eine Taufe erlebt, die sich nicht auf das klare Beispiel des Neuen Testaments, sondern allein auf menschliche Traditionen gründet?

In diesem Artikel glauben wir, Ihnen genügend Anhaltspunkte aus dem Neuen Testament gegeben zu haben, damit Sie die Frage nach der Gültigkeit Ihrer Taufe selbst beantworten können. Wenn Sie nun erkennen, dass Ihrerseits Handlungsbedarf besteht, stehen wir Ihnen dabei mit Rat und Tat gerne zur Seite.

Die Taufe als Bedingung für die Mitgliedschaft in einer Konfession

Die Taufe ist heute in vielen Kirchen zu einer quasi Beitrittszeremonie geworden, durch die man in die Gemeinschaft der betreffenden Organisation aufgenommen wird. In solchen Fällen ist die Taufe eigentlich eine Art Ritus, durch den man – wie bei einem Verein – die Mitgliedschaft erlangt. Es soll sogar Prediger mancher Glaubensgemeinschaften geben, die sich weigern, jemanden zu taufen, es sei denn, der Täufling tritt ihrer Kirche als Mitglied bei. Ist das die biblische Auffassung der Taufe?

Wer getauft wird, wird „auf Jesus Christus getauft“ (Römer 6,3). Nach der Bibel werden wir nicht in irgendeine Kirchenorganisation oder Konfession hineingetauft, sondern unsere Taufe macht uns zu Angehörigen der Familie Gottes mit Jesus als unserem älteren Bruder.

Heute mag es möglich sein, einem Verein oder sonst einer Organisation von Menschen „beizutreten“, aber der wahren Kirche Gottes kann man in diesem Sinne nicht beitreten. Von uns aus können wir nicht hineingelangen, sondern Gott muss uns seiner Kirche hinzufügen. Wie erlangt man nun Eintritt in die wahre Kirche Gottes?

Paulus erklärt, dass der heilige Geist unsere Zugehörigkeit zur Kirche Gottes bestimmt: „Wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib [dem Leib Christi, der Kirche] getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt“ (1. Korinther 12,13). Wer den Geist Gottes nicht hat, gehört nicht zu Christus: „Ihr aber seid nicht mehr von eurer eigenen Natur bestimmt, sondern vom Geist, so gewiss der Geist Gottes in euch Wohnung genommen hat. Wer diesen Geist – den Geist von Christus – nicht hat, gehört auch nicht zu ihm“ (Römer 8,9; Gute Nachricht Bibel).

Wenn wir nach Reue und Taufe den heiligen Geist Gottes empfangen, dann zeugt uns Gott dadurch zu ewigem Leben. Der heilige Geist ist der Lebenskeim von Gott, dem Vater, der „Geist der Kindschaft“, durch den wir Gottes Kinder werden und Gott unseren Vater nennen dürfen (Römer 8,14-15).

Die Kirche Gottes stellt die Familie Gottes dar. Wir sind aber nicht seine Kinder, solange wir nicht geistlich von ihm gezeugt wurden und seinen Geist erhalten haben. Empfangen wir diesen aber, dann werden wir automatisch in seine Familie – seine Kirche – eingegliedert!

Die Taufe ist eine Vorbedingung zum Empfang des heiligen Geistes. In Samaria und auch in Ephesus empfingen die Menschen den heiligen Geist erst, nachdem sie im Wasser getauft worden waren (Apostelgeschichte 8, 14-17; 19,1-6). Es stimmt zwar, dass Kornelius und die seines Hauses als einziger Ausnahmefall im Neuen Testament den heiligen Geist vor der Taufe empfingen und damit in die Kirche getauft wurden. Damit sollte Petrus gezeigt werden, dass auch die Heiden das Evangelium empfangen sollten. Petrus ordnete sofort die Wassertaufe an.

Es gibt kein Versprechen und sonst kein Beispiel, dass jemand den heiligen Geist empfangen wird, bevor er getauft wurde. Der Befehl lautet: „Tut Buße [bereut] und lasse sich ein jeglicher taufen!“ Erst dann „werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes“. Erst dann sind wir Mitglieder der Kirche Gottes!

– INTERN Oktober 2008 PDF-Datei dieser Ausgabe

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