„Amen, ja, komm, Herr Jesus!“

Welche Wirkung haben die drei Gärten der Bibel auf Sie? Verstärken sie Ihren Wunsch nach einer innigen Beziehung zu unserem himmlischen Vater und seinem Sohn – jetzt und auf ewig?

Von Robin Webber

In den letzten drei Beiträgen dieser Rubrik befassten wir uns mit den drei Gärten der Bibel, die den Ablauf von Gottes Plan mit den Menschen einrahmen. Von 1. Mose über die Evangelien des Neuen Testaments bis zum Schluss der Offenbarung heben diese drei Gärten Gottes zeitloses Vorhaben hervor: „Ich will sie erhalten und mehren, und mein Heiligtum [Gottes Wohnstätte] soll unter ihnen sein für immer. Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein“ (Hesekiel 37,26-27; alle Hervorhebungen durch uns).

Der Faden von Gottes ursprünglicher Absicht mit dem ersten Adam im Garten Eden, dann später mit Christus im Garten Gethsemane und zum Schluss der Offenbarung in dem paradiesischen Garten ist sozusagen nahtlos. Von Anfang an wollte Gott mit seiner menschlichen Schöpfung interagieren, und dazu gehören auch Sie!

Gottes ewige Gegenwart auf Erden in dem neuen Jerusalem, das vom Himmel auf die Erde kommen wird (Offenbarung, Kapitel 21-22), stand im Mittelpunkt meines letzten Beitrags. Zum Schluss forderte ich uns auf, die Ewigkeit nicht allein im Sinne eines Ziels, als quasi letzte Station auf der Reise unseres Lebens, sondern auch als eine Art des Existierens zu sehen, bei dem wir unsere Umsetzung der Aufforderung Jesu „Folgt mir nach!“ weiter verfolgen. Fahren wir also jetzt damit fort!

In der Offenbarung geht es um Höhen und Tiefen. Die Gemeinde wird verfolgt, von Satan gelenkte Reiche steigen auf und gehen wieder nieder, Gottes Urteil trifft eine Welt auf satanischen Irrwegen und zuletzt leben die in Geist verwandelten Menschen im irdischen Paradies. Zum Schluss des Buches wurde der Apostel Johannes inspiriert zu schreiben: „Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst“ (Offenbarung 22,17).

Darauf erwidert der lebendige Christus: „Ja, ich komme bald“ (Vers 20). Und Johannes’ Antwort lautet: „Amen, ja, komm, Herr Jesus!“ (ebenda).

Können wir uns von Herzen dem Wunsch des Johannes anschließen? Wollen wir wirklich, dass Jesus kommt? Nicht nur in der Zukunft, wie verheißen, sondern auch jetzt in unserem Leben, und zwar als Ausdruck unserer Erwartung, eines Tages in den paradiesischen Garten der Zukunft einzugehen und ewig mit Gott und Jesus zusammen zu sein? Wie sollen wir jeden Tag, wie der Bestseller-Autor Stephen Covey es ausdrückte, „mit dem Ziel vor Augen beginnen“?

Lippenbekenntnisse allein genügen nicht

Die ersten zwei Zeilen des Mustergebets, das Jesus seinen Jüngern gab und als „Vaterunser“ bekannt ist, sind ein Schlüssel zum Erkennen unserer Haltung. Die nachfolgenden hervorgehobenen Wörter zeigen sowohl Ehrfurcht als auch Erwartung: „Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden“ (Matthäus 6,9-10).

Manche Leser haben diese Zeilen in schwierigen Situationen gebetet. Woher weiß unser himmlischer Vater jedoch, dass solche Gebete anstelle Ausdruck unserer täglichen Ausrichtung lediglich ein letzter Hilfeschrei waren, als wir nicht mehr weiterwussten? Es sind nur Worte, wenn sie sich nicht in unserer täglichen Lebensführung widerspiegeln!

Wenn wir vor Jesus bei seiner Wiederkehr stehen, wird er sich nicht zuerst nach unserem Kenntnisstand erkundigen. Stattdessen wird er sich dafür interessieren, was wir mit dem Wissen, das wir erworben hatten, angefangen haben. Wissen, das nicht genutzt wird, ist nutzlos! „Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage?“, so sieht Jesus unser Wissen (Lukas 6,46). Er fügt hinzu: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel“ (Matthäus 7,21).

Mit seiner Aufforderung „Folgt mir nach!“ möchte Christus mehr als nur unsere Worte. Er möchte, dass wir den Weg Gottes mit ihm gehen, in Richtung des ewigen paradiesischen Gartens. In diesem Leben orientiert sich der Weg dorthin nicht allein am Erreichen des Ziels, sondern auch daran, wie wir den Weg zurücklegen. Deshalb sind unsere täglichen Entscheidungen, die unsere Lebensführung ausmachen, hierfür entscheidend.

Um den Wunsch nach der Gegenwart Christi und unseres himmlischen Vaters zu verdeutlichen, können wir drei Bereiche unterscheiden, die unsere Hingabe und Mitwirkung auf dem Weg des Heils kennzeichnen.

„Im Geist und in der Wahrheit“

Wir bekunden „Amen, ja, komm, Herr Jesus!“, wenn wir Christi Worte hinsichtlich der Art der Anbetung beachten, die Gott wohlgefällig ist: „Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Johanns 4,23-24).

Aus Jesu Worten gehen drei klare Prinzipien hervor:

1. „Die Zeit ist schon jetzt“ – nicht erst später!

2. Gott interessiert sich für unsere Motivation. Durch den Propheten Jeremia sagt er uns: „Ich, der Herr, kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und gebe einem jeden nach seinem Tun, nach den Früchten seiner Werke“ (Jeremia 17,10).

3. Die richtige Motivation bei der Nachfolge Jesu ist keine Option, sondern Pflicht. Sonst sind unsere Worte, mit denen wir die Liebe zu Gott bekennen, leere Floskeln.

Deshalb ist es wichtig, dass wir nicht nur darauf achten, was wir tun, sondern auch, warum wir es tun und für wen wir es tun.

Viele Menschen interessieren sich nur für die Frage: „Was springt dabei für mich heraus?“ Diese Einstellung steht im totalen Widerspruch zum Merkmal der Berufenen, das der Apostel Johannes in der letzten Phase seines Lebens wie folgt beschrieb: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch! Darum kennt uns die Welt nicht; denn sie kennt ihn nicht“ (1. Johannes 3,1).

Der Unterschied in der Motivation wird auch offensichtlich, wenn wir gegenüber unseren Mitmenschen die göttliche Liebe nachahmen. Sie drückt sich in aufrichtiger Teilnahme und im Interesse am Wohlergehen des Nächsten aus, aber ohne die Erwartung einer entsprechenden Gegenleistung.

Das ist auch ein wichtiger Aspekt der Nachfolge Jesu, denn er kam nicht, „dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene“ (Matthäus 20,28). Diese Art Liebe ist mit dem nächsten Bereich verknüpft.

Unser Gehorsam ist Ausdruck der Liebe zu Gott

Wir bekunden „Amen, ja, komm, Herr Jesus!“ und unseren Wunsch nach der Erfüllung vom Willen Gottes auf Erden, wenn wir dem Gesetz Gottes gehorchen, wie es in den Zehn Geboten definiert wird. Die Zehn Gebote zeigen uns, wie Gottes Lebensweise aussieht.

In 1. Johannes 5, Verse 2-3 lesen wir: „Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten. Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.“

Gott hat sein Gesetz nicht durch Jesus abgeschafft. Andererseits will er uns einschärfen, dass unser Gehorsam uns nicht rettet. Wenn wir unseren Ungehorsam bereuen und anfangen, Gottes Gesetz zu halten, rettet uns seine Gnade, zu der die Vergebung durch den Glauben an Jesu Opfer gehört (Epheser 2,8). Gott kann uns jedoch nicht retten, wenn wir gegen seine Lebensweise rebellieren, die in seinem Gesetz als Spiegelbild seiner Denk- und Handlungsweise zum Ausdruck kommt. Das Gesetz zeigt uns, wie wir in Harmonie mit unserem Schöpfer und unseren Mitmenschen leben können.

Gottes transzendenter Plan für die Menschen hat primär mit einer geistlichen Gesinnung zu tun. Und so beschreibt der Apostel Paulus das Gesetz Gottes: „Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist“ (Römer 7,14). Gott geht es nicht darum, sein Gesetz auf steinernen Tafeln ewig zu belassen, sondern er will es uns ins Herz zu schreiben, damit wir ewig leben können: „Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben, und in ihren Sinn will ich es schreiben“ (Hebräer 10,16).

Ist Gottes Verkündung der Zehn Gebote in 2. Mose 20 deshalb heute ohne Belang? Keineswegs! Der Apostel Jakobus meinte dazu: „Redet so und handelt so wie Leute, die durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen. Denn es wird ein unbarmherziges Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat; Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht“ (Jakobus 2,12-13).

Was bedeutet das? Wie triumphiert die Barmherzigkeit über das Gericht? Sie triumphiert über das Gericht dadurch, wenn wir uns selbst ehrlich und aufrichtig richten und unsere Sünden bereuen – unsere Missachtung des Gesetzes Gottes (1. Johannes 3,4). Wir erkennen, dass Gott uns seine Gnade erwiesen und unsere Sünden vergeben hat. Das soll uns motivieren, anderen Barmherzigkeit zu zeigen und ihnen ihre Verfehlungen zu vergeben.

Ca. 30 Jahre zuvor hatte Jesus davor gewarnt, das Gesetz nach dessen äußerlicher Form peinlich genau zu halten und dabei die Barmherzigkeit zu übersehen: „Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen“ (Matthäus 23,23).

Gott, der Vater, und Jesus leben in uns!

Wir können nur dann „Amen, ja, komm, Herr Jesus!“ bekunden und Gottes Willen tun, wenn wir Gott, den Vater, und unseren Erlöser Jesus Christus in uns wirken und leben lassen (Johannes 14,23). Nur auf diese Weise werden wir auf unserem Weg mit Gott vorankommen.

Unser Leben in dieser Welt ist wie eine Grundausbildung zum geistlichen Kampf (Epheser 6,11-12). Am letzten Abend seines menschlichen Lebens betete Jesus: „Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen“ (Johannes 17,15).

Wir dürfen nie vergessen, dass wir bei diesem Kampf nicht allein sind. Jesus hat seinen Jüngern versprochen: „Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch“ (Johannes 14,18). Wenn der Kampf schwer ist, neigen wir dazu, Jesu Verheißung zu vergessen.

Deshalb forderte Paulus die Christen in Korinth – und auch uns heute – dazu auf, das göttliche Wirken in ihrem Leben zu bestätigen: „Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst! Oder erkennt ihr euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist?“ (2. Korinther 13,5). Mit anderen Worten: Gottes Präsenz und Wirken in unserem Leben sind nachprüfbar!

Ja, es ist dieselbe geistliche Präsenz, die im Garten Eden mit Adam und Eva redete. Ja, es ist dieselbe gehorsame Haltung, die im Garten Gethsemane betete: „Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ (Lukas 22,42).

Dass wir Gott, den Vater, und Jesus in uns leben und wirken lassen, drückt unseren Wunsch nach dem Zusammenleben mit ihnen in Ewigkeit aus. Die Propheten des Alten Testaments wussten nicht immer, wo Gott sie hinführte. Sie kannten nicht vorab das Ziel ihres Wandelns mit Gott, sondern vertrauten einfach auf seine Führung. Ich meine, dass der Ausruf des Johannes zum Schluss der Offenbarung dieses Vertrauen für uns alle ausdrückt: „Amen, ja, komm, Herr Jesus!“

Dass wir Jesus dort treffen, wo er eines Tages kommen wird, setzt voraus, dass wir seiner Aufforderung “Folgt mir nach!" nachkommen und unseren Weg mit ihm bis zum Ende unseres Lebens fortsetzen.

– GN Mai-Juni 2018 PDF-Datei dieser Ausgabe

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