Unsere Kampfansage an die Dreieinigkeit

Die Dreieinigkeit ist eine so wichtige Lehre des heutigen Christentums, dass ihre Akzeptanz als Nagelprobe für einen echten christlichen Glauben gesehen wird. Aber was sagt die Bibel dazu?

Von Don Ward

Der Glaube, dass Gott eine Dreieinigkeit ist, das heißt, dass er aus drei Personen besteht, gehört zu den Kernaussagen des herkömmlichen Christentums. Vielleicht wird es Sie überraschen zu erfahren, dass diese Dreieinigkeitslehre überhaupt nicht in der Bibel zu finden ist. Sie stellt vielmehr eine der schlimmsten Irrlehren Satans dar!

Das ist aber starker Tobak, mögen Sie denken. Dennoch: Die klassische Dreieinigkeitslehre ist deswegen so schlimm, weil sie die Bestimmung des Menschen im Reich Gottes verschleiert.

Als Allererstes müssen wir daran glauben, dass Gott existiert: „Ohne Glauben ist’s unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt“ (Hebräer 11,6; alle Hervorhebungen durch uns). Mit anderen Worten: Wir müssen glauben, dass Gott existiert und unser Wohlergehen im Auge hat.

Es gibt zwar Menschen, die die Existenz Gottes verneinen, aber viele Menschen in der westlichen Welt bekennen sich zumindest zu einem Glauben an den Gott der christlichen Bibel. Gott gilt als ewig existierend und unsichtbar. In Johannes 4, Vers 24 erklärt Jesus, dass Gott Geist ist.

Wie ist aber Jesus, der Sohn Gottes, entstanden? Nach der herkömmlichen Dreieinigkeitslehre geht Gott-Sohn ewig aus Gott-Vater hervor, während Gott-heiliger-Geist ewig aus Gott-Vater und Gott-Sohn hervorgeht. Die drei Personen der Gottheit bilden ein geschlossenes System und nehmen, jede für sich, Anteil am Wesen und Tun der anderen beiden.

Wenn nun die Gottheit ein geschlossenes System ist, können Menschen unmöglich zu Kindern Gottes und damit zu Mitgliedern der Gottfamilie werden. Das steht aber im Widerspruch zur Aussage von 2. Korinther 6, Vers 18.

Und wie steht es mit der Fleischwerdung des Wortes, des Sohnes Gottes, wenn Gott-Sohn im Himmel ewig aus Gott-Vater hervorgeht? Die Fleischwerdung und Auferstehung lassen sich mit der Dreieinigkeitslehre nicht vereinbaren!

Man stelle sich vor: Es gibt gleichzeitig Gott-Sohn im Himmel und Gottes Sohn auf Erden. Das ergibt doch keinen wirklichen Sinn! Wie kann Gott noch aus Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-heiligem-Geist bestehen, wenn das Wort Fleisch geworden ist? Wenn eine Person aus der Gottheit entfernt wird, bricht damit das ganze Bild zusammen. Nach der Dreieinigkeitslehre ging Gott-Sohn im Himmel immer noch aus Gott-Vater hervor, als er im Leib der Maria gezeugt wurde und danach auf Erden als Mensch lebte.

Man könnte diese Vorstellung nur dadurch aufrechterhalten, indem man von zwei verschiedenen Söhnen ausginge: dem einen Sohn im Himmel und dem anderen auf Erden. Die Lehre der Dreieinigkeit verlangt also die Unterstellung von vier göttlichen Personen, drei im Himmel und eine auf Erden, die später in den Himmel aufsteigt.

Theologen, die an die Dreieinigkeitslehre glauben, behaupten, dass eine der drei Personen in der Gottheit Fleisch wurde, litt und für die Sünden der Welt starb. Wie ist das aber mit der Lehre zu vereinbaren, dass jede Person der Gottheit voll am Wesen der anderen beiden Personen teilnimmt – dass die Gottheit unteilbar ist? Selbst wenn man zwischen den drei Gott-Personen unterscheidet, bleibt man in Widersprüche verstrickt.

Die Unterstellung, dass jede der drei Personen voll am Wesen der anderen beiden Anteil hat, führt zum sogenannten Patripassianismus. Danach litt Gott-Vater mit Jesus, dem Sohn, für die Sünden der Welt und starb mit ihm. Wer die Unterschiede unter den drei Personen des dreieinigen Gottes betont, darf die Lehre des Patripassianismus nicht ignorieren, wonach alle drei Gottpersonen sterben, wenn eine von ihnen stirbt.

Wenn die Dreieinigkeitslehre stimmt, war Jesus Christus bloß ein Mensch, der für die Sünden der Welt starb. Man könnte höchstens einräumen, dass Gott einen Teil von sich als Menschen abzweigte, wenn Gott-Sohn ewig im Himmel aus Gott-Vater hervorging und -geht. Dem steht aber der Ausruf des gekreuzigten Christus entgegen: „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!“ (Lukas 23,46).

Wie passt die Auferstehung Jesu zur Vorstellung vom dreieinigen Gott?

Die Vorstellung vom dreieinigen Gott wird auch von der Auferstehung Jesu Christi in Herrlichkeit zerstört. Anhänger der Dreieinigkeitslehre sind gezwungen, die Auferstehung Christi als einen leiblichen Vorgang zu sehen. Damit aber leugnen sie die Heilige Schrift mit ihrer Aussage in 1. Korinther 15, Verse 45-46:

„Wie geschrieben steht: Der erste Mensch, Adam, wurde zu einem lebendigen Wesen, und der letzte Adam zum Geist, der lebendig macht. Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche; danach der geistliche.“

Nach der Offenbarung der Heiligen Schrift ist es eindeutig, dass der auferstandene Christus ein anderes Wesen als Gott-Vater ist, denn er sitzt zur Rechten des Vaters, wie der Apostel Petrus in seiner berühmten Predigt zu Pfingsten im Jahr der Kreuzigung Jesu erklärt hat:

„Ihr Männer, liebe Brüder, lasst mich freimütig zu euch reden von dem Erzvater David. Er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist bei uns bis auf diesen Tag. Da er nun ein Prophet war und wusste, dass ihm Gott verheißen hatte mit einem Eid, dass ein Nachkomme von ihm auf seinem Thron sitzen sollte, hat er’s vorausgesehen und von der Auferstehung des Christus gesagt: Er ist nicht dem Tod überlassen, und sein Leib hat die Verwesung nicht gesehen.

Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dessen sind wir alle Zeugen. Da er nun durch die rechte Hand Gottes erhöht ist und empfangen hat den verheißenen heiligen Geist vom Vater, hat er diesen ausgegossen, wie ihr hier seht und hört. Denn David ist nicht gen Himmel gefahren; sondern er sagt selbst: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten . . .“ (Apostelgeschichte 2,29-34).

Vertreter der Dreieinigkeitslehre erkennen schon lange, dass die Auferstehung Christi als lebensspendender Geist die Aufnahme einer vierten Person in die Gottheit verlangt. Deswegen pochen sie darauf, dass Jesus nur als Mensch gestorben und auferstanden ist. Damit wird der Tod des Sohnes am Kreuz und seine Wiedererweckung durch den Vater (siehe Römer 8,11) verleugnet. Soll Jesus sich etwa selbst wiedererweckt haben?

Es ist also nicht schwierig zu erkennen, zu welchen Widersprüchen die Lehre der Dreieinigkeit führt.

Der Ursprung des Wortes

Was offenbart die Schrift über den Ursprung des Sohnes Gottes? War das Wesen, das zum Sohne Gottes im Fleisch wurde, geschaffen worden? Wenn nicht, wie ist es dann entstanden?

Unter Eingebung des heiligen Geistes erklärt der Apostel Johannes den Ursprung des Wortes, griechisch Logos, des Wesens, das zu Jesus Christus wurde: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“ (Johannes 1,1). Die drei einfachen Aussagen in diesem Vers machen deutlich, dass der Logos kein geschaffenes Wesen war.

Die erste Aussage, „Im Anfang war das Wort“, kann auch mit „Im Anfang existierte das Wort“ übersetzt werden. Mit „dem Anfang“ haben wir eine Anspielung auf den ersten Vers der Bibel in 1. Mose 1, Vers 1. Am Anfang der Schöpfung war der Logos also bereits am Leben.

Die zweite Aussage, „und das Wort war bei Gott“, weist auf eine Beziehung zwischen zwei selbstständigen Wesen hin. Der Logos war bei Gott. Das heißt, er war ein anderes Wesen als Gott, lebte aber in Gemeinschaft mit Gott.

Die dritte Aussage, „und Gott war das Wort“ (oder etwas deutlicher ausgedrückt, „und das Wort war Gott“), beschreibt das Wesen des Logos: Er war ein göttliches Wesen.

Johannes unterscheidet zwischen zwei Wesen: dem Wort (Logos) und Gott (Theos). Nach seiner Aussage war das Wort auch Gott (Theos) und hatte eine persönliche Beziehung zu Gott. In Vers 1 und 2 wird die zeitliche Abfolge betont. Das heißt, das Wort, das im Anfang existierte, war „bei Gott“. Die Wiederholung dieser Aussage im zweiten Vers, dass nämlich das Wort, und sonst kein anderes Wesen, im Anfang bei Gott war, betont das Bestehen einer Beziehung seit aller Ewigkeit zwischen den beiden Wesen, Gott und dem Wort.

Gott schuf alles durch das Wort: „Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist“ (Johannes 1,3). Aus diesem Grund kann das Wort selbst nicht von Gott geschaffen worden sein. Es existierte schon, als Gott mit der Schöpfung begann.

Wenn wir nur die eben zitierten Bibelstellen hätten, wäre es ausreichend klar, dass das Wort nicht geschaffen wurde, sondern seit aller Ewigkeit existiert – wie Gott (Theos).

Die Funktion des Logos bei der Schöpfung wird in Vers 10 von Johannes 1 noch einmal erklärt: „Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht . . .“ Das griechische Wort, das in diesem Vers mit „ist . . . gemacht“ übersetzt wurde, ist egenoto, verwandt mit dem Stammverb ginomai mit der Bedeutung „werden, ins Dasein kommen, anfangen zu existieren, Existenz verleihen“ (Thayer’s Greek-English Lexicon of the New Testament). Durch das Wort wurde der Welt ihre Existenz verliehen.

Der eindrucksvollste Beweis dafür, dass der Logos schon vor der Geburt Christi existierte, ist die Aussage, dass der Logos Fleisch wurde und unter den Menschen lebte (Johannes 1,14). Wenn es anders gewesen wäre, hätte Gott-Vater ein neues Wesen geschaffen, das als eingeborener Sohn Gottes für die Sünden der Welt sterben sollte. Wie wir aber bei Johannes 1, Vers 1 gesehen haben, war es das Wort, das seit aller Ewigkeit bei Gott lebte, das Fleisch wurde.

Der Logos im Buch Offenbarung

Im ersten Vers des Buches Offenbarung erfahren wir, dass wir es hier mit einer Offenbarung zu tun haben, die Gott Jesus Christus zur Weiterleitung an seine Diener gab. Jesus ließ diese Offenbarung an Johannes durch einen Engel überbringen. Der Gruß, den Johannes ausrichtet (Offenbarung 1,4-5), kommt von Gott-Vater, „der da ist und der da war und der da kommt“, und „von Jesus Christus, dem Erstgeborenen von den Toten“.

Nach seinem Gruß sieht Johannes sieben goldene Leuchter und unter ihnen den Sohn des Menschen, der sich als „der Erste und der Letzte“ ausgibt:

„Und ich [der Apostel Johannes] wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter den Leuchtern einen, der war einem Menschensohn gleich, angetan mit einem langen Gewand und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme und seine Füße wie Golderz, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht. Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte“ (Offenbarung 1,12-17).

Damit erklärt Jesus Christus, dass er wie Gott, der Vater, seit Ewigkeit lebt. Diese Passagen in der Offenbarung weisen Parallelen mit den „ich bin“ (bzw. „bin ich“) Aussagen im Johannesevangelium auf, zum Beispiel in Johannes 8, Vers 58:

„Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich“ (Elberfelder Bibel). In einer Fußnote der neuen evangelistischen Übersetzung heißt es dazu: „Wörtlich: ‚Ich bin‘, was nach 2. Mose 3, Vers 14 ein Titel Gottes ist.“ Damit wird bestätigt, dass Gott und Jesus beide seit aller Ewigkeit leben.

Johannes durfte eine Vision sehen, in der Jesus Christus als König aller Könige und Herr aller Herren wiederkehrt: „Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit. Und seine Augen sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen; und er trug einen Namen geschrieben, den niemand kannte als er selbst. Und er war angetan mit einem Gewand, das mit Blut getränkt war, und sein Name ist: Das Wort Gottes“ (Offenbarung 19,11-13).

In dieser Passage offenbart Gott-Vater vor aller Welt, dass Jesus Christus „das Wort Gottes“ ist, also der Logos, der seit aller Ewigkeit bei Gott war. Er ist es, der sich entäußerte und als Immanuel, d. h., „Gott mit uns“ (Matthäus 1,23), Fleisch annahm. Er ist das fleischgewordene Wort, das für die Sünden der Welt starb und heute in alle Ewigkeit lebt.

Der Logos verzichtet zeitweilig auf seine Herrlichkeit

Gott-Vater und der Logos kamen überein, dass das Wort auf seine Herrlichkeit verzichten würde, um die Menschheit mit Gott-Vater zu versöhnen und eine neue Art von Wesen ins Leben zu rufen: Kinder Gottes, die durch eine Auferstehung von den Toten zu Geistwesen verwandelt werden.

Wie uns der Apostel Paulus erklärt, bestand dieser Heilsplan schon vor der Schaffung des Menschen: „Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt“ (2. Timotheus 1,9).

Das Wort musste auf seine Herrlichkeit verzichten und Fleisch annehmen, damit eine sündige Menschheit mit Gott-Vater versöhnt werden kann. Nach seinem Versöhnungstod wurde es wieder zum Leben erweckt, als Erstgeborener von den Toten (Hebräer 2,9-10; Offenbarung 1,5). Wenn nun Christus der Erstgeborene von den Toten ist, müssen noch weitere folgen (vgl. dazu Römer 8,29 und Hebräer 2,10).

Paulus macht deutlich, dass der ewig lebende Logos auf seine Herrlichkeit verzichtete und Knechtsgestalt annahm, um unser Heiland zu werden: „Obgleich er Gottes Gestalt besaß, sah er doch das Gleichsein mit Gott nicht als einen gewaltsam festzuhaltenden Raub an; nein, er entäußerte sich selbst (seiner Herrlichkeit), indem er Knechtsgestalt annahm, ganz in menschliches Wesen einging und in seiner leiblichen Beschaffenheit als ein Mensch erfunden wurde; er erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tode, ja, bis zum Tode am Kreuz“ (Philipper 2,6-8; Menge-Bibel). Um Menschengestalt anzunehmen, musste der Logos also bereit sein, auf seine Herrlichkeit zu verzichten.

Achten wir auf die Aussage in Vers 6: „Obgleich er Gottes Gestalt besaß, sah er doch das Gleichsein mit Gott nicht als einen gewaltsam festzuhaltenden Raub an.“ Das beweist wiederum, dass das Wort vor seiner Menschwerdung in göttlicher Gestalt gewesen war. Das heißt, er war selbst Gott.

Was bedeutet das aber: „[Er] sah . . . doch das Gleichsein mit Gott nicht als einen gewaltsam festzuhaltenden Raub an“? Ein Raub in diesem Zusammenhang ist eigentlich etwas Geraubtes, kann aber auch etwas sein, was man nicht loslassen oder aufgeben will. Das Wort (der Logos) war also Gott gleich, war aber bereit, auf diese Gleichheit zu verzichten, d. h. sie loszulassen, sie aufzugeben.

Fest steht, dass das Wort bereits vor seiner Fleischwerdung Gott gleich war. Sein Verzicht auf seine Herrlichkeit war das größte Beispiel einer dienenden Führung, die die Welt jemals erlebt hat. Seine Bereitschaft, auf seine Herrlichkeit zu verzichten, war denn auch einer der vornehmsten Gründe dafür, dass Gott-Vater Christus erhöhte und über alles setzte (Epheser 1,20-22).

Christus bekennt sich zu der Herrlichkeit, die er mit Gott, dem Vater, teilte

Vor seinem Opfertod für die Sünden der Menschheit bat Christus den Vater, ihn wieder mit der Herrlichkeit zu verherrlichen, die er bei Gott, dem Vater, gehabt hatte, ehe die Welt existierte: „Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war“ (Johannes 17,5).

Manche wollen nicht wahrhaben, dass diese Bitte auf die Vergangenheit Bezug nimmt, obwohl das aus dem griechischen Urtext eindeutig hervorgeht. Dieser Vers zeigt ganz klar, dass Jesus vor seiner Geburt als Mensch in Herrlichkeit mit Gott, dem Vater, existierte. Als er Mensch wurde, gab er diese Herrlichkeit auf. Nach seinem Tod gab ihm Gott, der Vater, seine Herrlichkeit wieder und ließ ihn zu seiner Rechten sitzen. Wir haben bereits gesehen, wie Paulus im Philipperbrief von der Herrlichkeit Christi vor seiner Menschwerdung spricht.

Im Fleisch war Christus insofern göttlich, als er seine Identität als Wort beibehielt. Er war der eingeborene Sohn, das heißt, als das fleischgewordene Wort war er der einzigartige Sohn Gottes (Johannes 1,14). Als Mensch war er vom heiligen Geist erfüllt und hatte denselben perfekten gerechten Charakter wie Gott, der Vater. Er nahm Knechtsgestalt an, indem er Mensch wurde, damit er als Sühneopfer für die Sünden der gesamten Menschen sterben konnte.

Als der Erstgeborene von den Toten machte er den Weg frei für viele Brüder und Schwestern, die eines Tages ebenfalls von den Toten auferweckt werden. Die Lehre der Dreieinigkeit hingegen macht Gott zu einem geschlossenen System. Gott aber, in seiner Liebe, Gnade und Barmherzigkeit, hat die Absicht, in Geist verwandelte Menschen in seine Familie aufzunehmen: „Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir denn mit ihm leiden, damit wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden“ (Römer 8,17).

Gott, der Vater, und Jesus Christus bieten uns ewiges Leben im herrlichen Reich Gottes an. Wenn diese Zeit kommt, werden wir als Angehörige ihrer göttlichen Familie eine ähnliche Herrlichkeit besitzen wie sie!

Hat Jesus Christus behauptet, Gott zu sein?

In Johannes 8, Vers 58 nahm Jesus für sich in Anspruch, der „ich bin“ zu sein, woraufhin eine aufgebrachte jüdische Menge ihn wegen Gotteslästerung steinigen wollte (Vers 59). Darüber hinaus hat sich Jesus auch auf andere Weise dem JHWH des Alten Testaments gleichgesetzt. Lassen Sie uns hier einige Beispiele ansehen.

Jesus sagte von sich: „Ich bin der gute Hirte“ (Johannes 10,11). David verkündet im ersten Vers seines berühmten 23. Psalms: „Der Herr [JHWH] ist mein Hirte.“ Jesus behauptete, der Richter aller Menschen und Nationen zu sein (Johannes 5,22. 27). Joel 4, Vers 12 sagt jedoch, der Herr [JHWH] wird „zu Gericht sitzen über alle Völker“ (Einheitsübersetzung).

Jesus sprach: „Ich bin das Licht der Welt“ (Johannes 8,12). Jesaja 60, Vers 19 sagt: „Der Herr [JHWH] wird dein ewiges Licht und dein Gott wird dein Glanz sein.“ Auch David sagt in Psalm 27, Vers 1: „Der Herr [JHWH] ist mein Licht und mein Heil.“

In Offenbarung 1, Vers 17 sagt Jesus, dass er der Erste und der Letzte sei, was mit dem identisch ist, was JHWH über sich selbst in Jesaja 44, Vers 6 sagt: „Ich bin der Erste und ich bin der Letzte.“

Jesus machte in Johannes 10 eine weitere Aussage, die die Juden seiner Zeit in Aufruhr versetzte: „Ich und der Vater sind eins“ (Vers 30). Das heißt, der Vater und Jesus waren beide göttlich. Auch als er sich in Johannes 8 zum „ich bin“ erklärte, war es unmöglich, ihn misszuverstehen, denn die Juden wollten ihn steinigen (Johannes 10,31).

Jesus erwiderte: „Viele gute Werke habe ich euch erzeigt vom Vater; um welches dieser Werke willen wollt ihr mich steinigen?“ Die Juden antworteten: „Um eines guten Werkes willen steinigen wir dich nicht, sondern um der Gotteslästerung willen, denn du bist ein Mensch und machst dich selbst zu Gott“ (Verse 32-33).

Die Juden verstanden genau, was Jesus meinte. Er informierte sie schlechthin über seine Göttlichkeit.

Johannes 5 berichtet zudem über einen weiteren Vorfall, bei dem Jesus die Juden wegen seiner Behauptung, göttlich zu sein, gegen sich aufgebracht hat. Das geschah direkt, nachdem er am Sabbat einen verkrüppelten Mann am Teich Betesda geheilt hatte. Die Juden wollten ihn töten, weil er das am Sabbat tat, einem Tag, an dem das Gesetz Gottes sagte, dass keine Arbeit verrichtet werden sollte (wobei sie fälschlicherweise davon ausgingen, dass Jesu Tat davon betroffen war).

Jesus machte danach eine Aussage, die die Juden nur auf eine Weise verstehen konnten: „Mein Vater wirkt bis auf diesen Tag, und ich wirke auch.“ Ihre Reaktion auf seine Worte? „Darum trachteten die Juden noch viel mehr danach, ihn zu töten, weil er nicht allein den Sabbat brach [so wie sie es interpretierten], sondern auch sagte, Gott sei sein Vater, und machte sich selbst Gott gleich“ (Johannes 5,16-18).

Jesus setzte seine Werke Gottes Werken gleich und berief sich darauf, dass Gott auf besondere Weise sein Vater war. Selbstverständlich ist ein wahrhafter Sohn die gleiche Art Wesen wie sein Vater.

Jesus behauptete auch auf andere Weise, göttlich zu sein. Als er einen Gelähmten heilte, sagte er auch zu ihm: „Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben“ (Markus 2,5). Die Schriftgelehrten, die das hörten, kamen zu dem Schluss, dass er Gott lästerte, weil er in ihren Augen lediglich ein Mensch war: „Wie redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben als Gott allein?“ (Vers 7).

Als Antwort auf die Frage der Schriftgelehrten sagte Jesus: „Was denkt ihr solches in euren Herzen? . . . Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, Sünden zu vergeben auf Erden – sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim“ (Verse 8-11).

Die Schriftgelehrten wussten, dass Jesus eine Vollmacht für sich in Anspruch nahm, die nur Gott allein zustand. Erneut ist es der Herr [JHWH], der im Alten Testament als derjenige dargestellt wird, der Sünden vergibt (Jeremia 31,34).

Jesus nahm noch eine andere Macht für sich in Anspruch, die nur Gott allein besitzt: die Macht, die Toten aufzuerwecken. Sehen Sie hier seine Aussage in Johannes 5, Verse 25-29: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, dass die Toten hören werden die Stimme des Sohnes Gottes, und die sie hören werden, die werden leben . . . Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden und werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.“

Es kann keinen Zweifel daran geben, was Jesus gemeint hat. Er sagte in Vers 21 zudem: „Denn wie der Vater die Toten auferweckt und macht sie lebendig, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will.“ Bevor Jesus Lazarus von den Toten auferweckte, sagte er zu Lazarus’ Schwester Marta: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt“ (Johannes 11,25). Und er verkündete von jeder Person, die der Vater in diesem Zeitalter berufen und ihm zuführen würde: „Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat, und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage“ (Johannes 6,44; siehe auch Vers 40 bzw. 54).

Vergleichen Sie das mit 1. Samuel 2, Vers 6, wo uns gesagt wird: „Der Herr [JHWH] tötet und macht lebendig, führt hinab zu den Toten und wieder herauf.“ Paulus sagt uns in 2. Korinther 1, Vers 9, dass es „Gott [ist], der die Toten auferweckt“.

Die Schlussfolgerung ist zwingend: Jesus erklärte sich wie der Vater für göttlich und sah sich im Besitz der Autorität und der Vorrechte, die Gott allein zukommen!

– GN Mai-Juni 2018 PDF-Datei dieser Ausgabe

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