Biblischer Brauch reduziert deutlich die Verbreitung von AIDS

Nachrichten über die Bibel aus den Naturwissenschaften

Von Mario Seiglie, Tom Robinson und Scott Ashley

Eine an mehr als 3000 südafrikanischen Männern durchgeführte Studie ergab, dass die männliche Beschneidung – ein Brauch, den Gott dem Patriarchen Abraham und den alten Israeliten gebot (1. Mose 17,10-12; Josua 5,2-5) – das Risiko einer AIDS-Infektion auf dramatische Weise verringert. Auf der internationalen AIDS-Konferenz in Rio de Janeiro im Juli 2005 berichtete der französische Forscher Bertran Auvert, dass die Ansteckungsrate mit dem HIV-Virus, der die Ursache von AIDS ist, bei beschnittenen Männer bei weniger als einem Drittel im Vergleich zu der bei unbeschnittenen Männern lag.

Die Studie verfolgte den Ansteckungsverlauf von 3273 nicht infizierten südafrikanischen Männern im Alter von 18 bis 24 Jahren über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren. Durch eine zufällige Auswahl wurde die eine Hälfte der Männer unbeschnitten gelassen, während die andere Hälfte beschnitten wurde. Am Ende der Studie stellten die Forscher fest, dass für jeweils 10 Männer, die sich durch Geschlechtsverkehr mit HIV-infizierten Frauen angesteckt hatten, sich nur drei der beschnittenen Männer eine Infektion zuzogen.

Diese Ergebnisse waren so dramatisch, dass die Studie um neun Monate vorzeitig beendet wurde. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass es unethisch wäre, mit der Studie fortzufahren, ohne der Gruppe der Unbeschnittenen die Gelegenheit zur Beschneidung anzubieten, weil das möglicherweise ihr Leben retten würde.

Es war die bis heute umfangreichste Studie, bei der die Auswirkung der Beschneidung auf die HIV-Infektionsrate untersucht wurde. Etwa 35 frühere Studien hatten bereits auf eine Verbindung zwischen Beschneidung und niedrigeren HIV-Infektionsraten hingedeutet.

Forscher haben schon seit Langem einen Zusammenhang vermutet, weil die HIV-Raten in Regionen Afrikas, wo die Beschneidung praktiziert wird, wesentlich niedriger sind. Zum Beispiel liegt die HIV-Infektionsrate der Erwachsenen in Gegenden, wo die Beschneidung nicht üblich ist, wie im östlichen Südafrika, Simbabwe und Botsuana, bei etwa 30 Prozent, während unter vergleichbaren Umständen die Rate in Westafrika, wo die Männer gewöhnlich beschnitten sind, bei nur 5 Prozent liegt.

Forscher glauben auch, dass die männliche Beschneidung die Übertragung anderer Geschlechtskrankheiten, Herpes und Syphilis eingeschlossen, verringert. „Die männliche Beschneidung muss als ein wichtiges Instrument zur Bekämpfung der Ausbreitung der HIV-Infektion anerkannt werden und die internationale Gemeinschaft muss sich für deren Förderung stark machen“, schrieb Dr. Auvert am Ende seines Abstracts über seine Präsentation bei der AIDS-Konferenz. „Der erste Schritt besteht darin, denjenigen, die beschnitten werden wollen, eine sichere männliche Beschneidung anzubieten. Wir müssen das Gesundheitssystem so modifizieren, dass es sich die männliche Beschneidung leisten kann“, argumentierte er.

Der südafrikanische AIDS-Experte Francois Venter drängte im September 2005 darauf, in seinem Land, in dem etwa 6 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert sind und mehr als 600 Personen täglich an AIDS sterben, die männliche Beschneidung als wirksamste „Impfung“ gegen AIDS einzuführen. „Wir träumen von einem Impfstoff, der eine solche Wirksamkeit hat“, sagt er. „Die Ergebnisse sind phänomenal.“

Während die Bibel keine spezifischen Gesundheitsvorteile der Beschneidung nennt und uns auch sagt, dass die physische Beschneidung nicht länger erforderlich ist, entdeckt die moderne Wissenschaft immer wieder Gründe, dieser Praktik Aufmerksamkeit zu schenken. Natürlich wird die einzige sichere Lösung für AIDS und andere Geschlechtskrankheiten in der Bibel genannt – das Vermeiden jeglicher sexueller Aktivität außerhalb der Ehe.

Entdeckung beweist die Existenz einer biblischen Figur

Bei Ausgrabungen an einem Bauwerk in Jerusalem (siehe „Wurden Überreste von König Davids Palast in Jerusalem gefunden?“, Gute Nachrichten, November-Dezember 2015, Seite 13), wurde ein faszinierendes Artefakt gefunden. Die Ausgräber fanden eine Bulle – ein gehärtetes Stück Ton mit einem Siegelabdruck – die die Inschrift „Juchal, der Sohn Schelemjas, der Sohn Shevis“ trug. Wer war dieser Juchal und was ist die Bedeutung dieses Fundes?

Der gleiche „Juchal, der Sohn Schelemjas“ wird zweimal im biblischen Buch Jeremia erwähnt. Offensichtlich war er ein hoher Regierungsbeamter, der kurz vor der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier im Jahre 586 v. Chr. am Hof des Zedekia, des Königs von Juda, Dienst tat.

Im Heiligen Land wurden viele Siegel und Siegelabdrücke wie der mit Juchals Namen gefunden. Sie trugen meistens die Namen von unterschiedlichen Regierungsbeamten. Es war üblich, Dokumente mit kleinen Stücken weichen Tons zu versiegeln, vergleichbar der Art und Weise, wie in späterer Zeit Wachssiegel benutzt wurden. Die Beamten drückten ihre Siegel in den weichen Ton und hinterließen so einen Abdruck im Tonklumpen, der sich später verhärtete und eine sogenannte Bulle darstellte.

Jeremia 37, Vers 3 erwähnt, dass Juchal vom König gesandt worden war, um Jeremia zu bitten, für die Befreiung Jerusalems von dem belagernden babylonischen Heer zu beten. Kurze Zeit später, in Jeremia 38, Verse 1-4, gehen Juchal und einige andere Beamte zum König und fordern, dass Jeremia getötet wird, weil er die Moral der Bewohner Jerusalems untergrabe. Daraufhin wird ihnen Jeremia übergeben und ins Gefängnis geworfen.

Beim Versuch, die biblischen Geschichtsdarstellungen und Berichte über erfüllte Prophezeiungen zu diskreditieren, behaupten viele Bibelkritiker, dass die Bücher des Alten Testaments keine genauen Beschreibungen tatsächlicher Ereignisse zur ungefähren Zeit ihres Geschehens darstellen. Stattdessen sollen die Bücher erst Jahrhunderte später verfasst worden sein, lange nachdem die Königreiche Israel und Juda besiegt und ihre Bewohner von den assyrischen und babylonischen Reichen aus dem Heiligen Land ins Exil verschleppt worden waren.

Diese Behauptung – an der viele Kritiker weiterhin festhalten – wurde aber wiederholt von Entdeckungen, wie die dieser Bulle, widerlegt. Wie sollte es schließlich möglich sein, dass das Siegel oder der Siegelabdruck einer biblischen Figur – in diesem Fall ein eher unbedeutender Regierungsbeamter – Jahrhunderte vor der Zeit angefertigt wurde, zu der dann in einem angeblich erfundenen biblischen Bericht über diese Person geschrieben wurde?

Juchal ist nur die jüngste von buchstäblich Dutzenden von biblischen Figuren, deren Existenz durch die Archäologie bewiesen wurde.

– GN Mai-Juni 2017 PDF-Datei dieser Ausgabe

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