Was steckt hinter dem Chaos im Nahen Osten?

Immer wieder entstehen neue politische Krisenherde, doch seit Jahrzehnten bleibt der Nahe Osten ständig in den Schlagzeilen. Warum kommt diese Region nicht zur Ruhe?

Von Dan Taylor

Mit dem Nahen Osten verbinden sich unwillkürlich Begriffe wie Gewalt, Blutvergießen, Hass, Instabilität, Flüchtlingsströme und Terrorismus. Kurzum, der Nahe Osten jagt uns Angst und Schrecken ein. Besonders die Krisen und Umbrüche der letzten Jahre dort sind für viele in Europa und darüber hinaus schwer zu verstehen. Man denke an den Arabischen Frühling und die damit verbundenen Umstürze, an die nie enden wollenden Kriege in Afghanistan, dem Irak und Syrien, sowie an den Aufstieg des Islamischen Staates (IS) im Irak und Syrien bzw. im östlichen Mittelmeerraum.

Man muss aber kein Experte sein, um zu erkennen, dass zurückgehende Führung seitens der USA und der massive Abzug amerikanischer Truppen aus dieser Region es Russland und dem Iran erlauben, ihren politischen und militärischen Einfluss im Nahen Osten stärker zur Geltung zu bringen.

Dazu kommt noch der Vertrag mit dem Iran über sein Atomwaffenprogramm, der so gut wie sicherstellt, dass der Iran Atomwaffen wird herstellen können, mit denen er seine Nachbarstaaten auf Jahrzehnte hinaus bedrohen kann. Der neue US-Präsident Donald Trump hat seine Absicht bekundet, diesen Vertrag neu zu verhandeln. Mal sehen, ob ihm das gelingt.

Unterdessen lassen die ständigen Krisen und Kriegshandlungen im Nahen Osten Flüchtlinge nach Europa und in die USA strömen, wo sie für politischen und kulturellen Zündstoff sorgen. Noch vor einem Jahrhundert war das alles anders. Was ist inzwischen passiert?

Halten wir mal kurz inne. Ist Ihnen schon einmal die Frage gekommen, warum der Nahe Osten ein Dauerbrenner in den Schlagzeilen ist?

Vor einem Jahrhundert war dort so gut wie nichts los. Der Historiker David Fromkin schreibt: „Der Nahe Osten war zwar im 19. Jahrhundert für westliche Diplomaten und Politiker von großem Interesse. . ., aber zu Beginn des 20. Jahrhunderts flachte dieses Interesse ab . . . Politisch gesehen wurde die Region zu einem toten Territorium“ (A Peace to End All Peace, 1989, Seite 24).

Weiter stellt Fromkin fest: „Nur wenige Europäer der Generation Churchills hatten eine Ahnung, was sich in den schlafenden Reichen des osmanischen Sultans oder des persischen Schahs zutrug, aber es wäre ihnen ohnehin gleichgültig gewesen“ (Seite 25).

Heute dagegen beherrscht der Nahe Osten die Schlagzeilen. Warum ist es heute so anders? Wenn wir uns mit der neueren Geschichte auseinandersetzen, können wir beginnen, die Ursachen der heutigen Instabilität in dieser Weltregion zu verstehen.

Was hat sich geändert? Da sind drei Entwicklungen zu nennen, die als Voraussetzungen für die Erfüllung biblischer Prophezeiungen für die Endzeit zu sehen sind:

1. Der Zusammenbruch des Osmanischen Reiches,

2. die Gründung des Staates Israel und

3. der Aufstieg des islamischen Fundamentalismus.

Wie haben diese Entwicklungen die Region verwandelt und die Voraussetzungen für die Erfüllung biblischer Prophezeiungen geschaffen?

Der Zusammenbruch des Osmanischen Reiches

Fast 600 Jahre lang herrschte das Osmanische Kalifat über Araber, Kurden, Griechen, Armenier und andere Völker des Nahen Ostens, Südosteuropas und Nordafrikas. Das Osmanische Reich sorgte für eine lockere Stabilität in einer Region, die sich später zu einem politischen Pulverfass entwickeln sollte.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Macht des Osmanischen Reiches bereits stark geschwunden. Wie das russische Reich im Norden war es von einer rückständigen Landwirtschaft geprägt, in der sich seit Jahrhunderten so gut wie nichts geändert hatte.

Im Jahrzehnt vor dem Ersten Weltkrieg aber rissen sogenannte „Jungtürken“, eine Gruppe türkischer Intellektueller und Offiziere, die das Komitee für Einheit und Fortschritt gründeten, die Macht im Osmanischen Reich an sich und versuchten, den Staat zu modernisieren, der inzwischen als „kranker Mann vom Bosporus“ verhöhnt wurde. Zu ihren angekündigten Reformen gehörten die Nichtdiskriminierung von Bürgern, die keine Muslime waren, die Öffnung der Schulbildung und die Gewährung zusätzlicher Rechte für Frauen und eine Verlagerung des Gewichts von den islamischen zu den weltlichen Gerichten. Aber wie David Fromkin bemerkt, hatte das alles seine Schattenseite, denn „die Muslime, die Türkisch sprachen, wurden vor allen anderen Muslimen bevorzugt“ (Seite 48).

Der türkische Nationalismus löste in den anderen Volksgruppen einen entgegengesetzten Nationalismus aus, besonders bei den Arabern. Doch für weitere Reformen war es schon zu spät, denn drei katastrophale Kriege hatten dem Osmanischen Reich fast sein ganzes europäisches Herrschaftsgebiet genommen. Bei diesen Kriegen hatte es sich zunächst um den Krieg gegen Italien in Libyen (1911-1912) und dann um zwei Kriege auf dem Balkan (1912-1913) gehandelt.

Aus Angst vor einem russischen Angriff auf türkischen Besitz unterzeichnete der osmanische Kriegsminister, Enver Pascha, einen schicksalsträchtigen, geheimen, gegen Russland gerichteten Bündnisvertrag mit den Deutschen. Als der Erste Weltkrieg 1914 ausbrach, wurde das Osmanische Reich in den Kampf gegen die Entente-Mächte (Großbritannien, Frankreich und Russland) gezogen.

Vier Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, im Jahre 1922, stürzte Mustafa Kemal Atatürk das letzte Kalifat und rief die Türkische Republik aus. Damit war es mit dem Osmanischen Reich zu Ende. Rückblickend fragt man sich nicht, warum das Osmanische Reich unterging, sondern wie es den Osmanen gelingen konnte, diesen Flickenteppich eines Reiches so lange zusammenzuhalten!

Die Osmanen erlaubten den von ihnen eroberten Völkern und Volksgruppen Jahrhunderte lang, sich weitgehend selbst zu verwalten. Als die Briten und Franzosen die Scherben des Osmanischen Reiches nach dem Ersten Weltkrieg einsammelten, zogen sie die neuen Grenzlinien ohne Rücksicht auf die bestehende Verteilung dieser Völker und Volksgruppen.

Im Jahre 1921 wurden die Eroberungen dieser europäischen Mächte vom Völkerbund abgesegnet. Syrien und der Libanon fielen an Frankreich, der Irak, Palästina und Jordanien an Großbritannien. Auf der arabischen Halbinsel, dem heutigen Saudi-Arabien, entstanden mehrere unabhängige Königreiche und britische Protektorate.

Die Briten und Franzosen hatten zwar ihre Herrschaft auf ihre Wunschgebiete ausdehnen können, aber ihre neuen Untertanen waren darüber nicht besonders erfreut. Fromkin führt aus: „Der Erste Weltkrieg sollte allem Krieg ein Ende bereiten. Aber nach dem Abschluss der anschließenden Friedenskonferenz erklärte Archibald Wavell, der als Offizier im britischen Heer in Palästina gedient hatte und später zum Feldmarschall befördert werden sollte: „Nach dem Krieg, der allem Krieg ein Ende bereiten sollte, ist es uns in Paris offensichtlich gelungen, einen Frieden, der allem Frieden ein Ende bereiten wird, zu stiften“ (Seite 5).

Die erste Voraussetzung für die Erfüllung biblischer Prophezeiungen für die Endzeit war mit dem Ende des Ersten Weltkrieges nun erfüllt. Die anderen beiden erfüllten sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Die Gründung des modernen Staates Israel

Am 29. November 1947 verabschiedete die UNO, gegen die Stimmen aller arabischen Staaten, mit der Resolution 181 den sogenannten Teilungsplan. Palästina, das noch unter britischer Verwaltung stand, wurde in eine jüdische und eine arabische Provinz aufgeteilt und die Briten sollten mit dem Ablauf des Völkerbundmandats am 14. Mai 1948 abziehen. Weiter sah die Resolution vor, dass die heiligen Stätten in Bethlehem und Jerusalem unter internationaler Verwaltung stehen sollten.

Entgegen den Bestimmungen dieser UN-Resolution aber rief David Ben-Gurion, der Leiter der „Jewish Agency“, am 14. Mai 1948 den Staat Israel aus. Noch am selben Tag wurde die neue Nation von den Vereinigten Staaten anerkannt.

Am nächsten Tag überfielen fünf arabische Völker, unterstützt von einheimischen Palästinensern, den neuen jüdischen Staat. Neun Monate lang tobte der Krieg, aber wie durch ein Wunder überlebte Israel. Hunderttausende Araber ergriffen die Flucht aus Palästina, während Hunderttausende Juden nach Israel einströmten.

Die Araber lehnten sich weitgehend an die von Russland geführte Sowjetunion, während Israel sich an die USA hielt. Der Boden war nun bereit für drei weitere Kriege und zahlreiche andere Kampfhandlungen zwischen Israel und seinen Nachbarn. Der eigentliche Nahostkonflikt hatte aber schon vor 1947 begonnen.

Das Wiederaufleben des islamischen Fundamentalismus

Vor dem Ersten Weltkrieg, als die Jungtürken das Regiment führten, hielten viele Araber, darunter auch der einflussreiche Abdul Asis ibn Saud, der Gründer Saudi-Arabiens, das Osmanische Reich für antiislamisch. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs erwachte ein arabisches Nationalgefühl.

Scharif Hussein ibn Ali, ein Nachkomme der Familie Mohammeds und Vorfahre des heutigen Königs von Jordanien, brach im Juni 1916 einen arabischen Aufstand vom Zaun. Militärische und finanzielle Hilfe erfuhr dieser Aufstand später von den Briten und Franzosen. Diese Hilfe war der Hintergrund für die berühmte Geschichte des „Lawrence von Arabien“, des britischen Leutnants T. E. Lawrence.

Scharif Hussein ibn Ali war ein glühender arabischer Nationalist, der von einer vereinten arabischen Nation träumte, deren Hoheitsgebiet sich von Ägypten bis zum Irak und von Syrien bis zum Jemen erstrecken sollte. Abdul Asis ibn Saud hatte hingegen eine Vision, die im Wahhabismus wurzelte, einer strenggläubigen Ausrichtung des Islams. Auf diesen Wahhabismus geht das Wiederaufleben des islamischen Fundamentalismus zurück.

In der Zeitschrift World Affairs schreiben Carol Choksky, Dozentin für Strategische Nachrichtendienste im Fachbereich Informatik an der Universität Indiana, und Jamsheed Choksky, Professor an derselben Universität:

„Die Verbundenheit des saudischen Herrscherhauses mit dem Wahhabismus, einer Abart des sunnitischen Islams, die 1744 aufkam und seit der Gründung Saudi-Arabiens im Jahre 1932 die geistige Grundlage des Gemeinwesens bildet, sorgt dafür, dass Innen- und Außenpolitik vom Fundamentalismus geprägt sind. Saudi-Arabien ist jedoch nicht der einzige Förderer des Dschihadismus, denn auch in Kuwait, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Türkei finden sich öffentliche und private Einrichtungen, die mit der finanziellen Unterstützung von Terrorgruppen in Verbindung gebracht werden. Dennoch geht die Hauptunterstützung des Dschihadismus nach wie vor von Saudi-Arabien aus, das Muslime in Ländern wie Afghanistan, Syrien und Libyen mit dem Wahhabismus radikalisiert und ihre Gewalttaten mit Geld unterstützt“ („The Saudi Connection: Wahhabism and Global Jihad“, Mai-Juni 2015).

Die Chokskys stellen weiter fest, dass die Waffen und Geschosse, die im Januar 2015 bei dem Angriff auf das Büro des Charlie Hebdo in Paris zwölf Menschen töteten und elf verletzten, „von Dschihadisten in Bosnien stammten. In Sarajevo, in der König-Fahd-Moschee, standen Prediger auf, die von Saudi-Arabien ausgebildet und finanziert wurden, und taten die Attentate als westliches Täuschungsmanöver ab, mit dem die Diskriminierung von Muslimen begründet werden sollte“ (ebenda).

Der Aufstieg des islamischen Fundamentalismus und die damit einhergehende Militanz werfen zwei legitime Fragen auf: Warum so viel Gewalt und wohin führt dieser Zusammenstoß der Kulturen?

Licht auf die erste Frage, das heißt, auf den Zusammenhang zwischen dem islamischen Fundamentalismus und der Gewalt, wirft die Historikerin Karen Armstrong in ihrem Buch, Islam: A Short History (2000): „Als das Jahrtausend sich neigte, schienen manche Muslime die westliche Vorstellung rechtfertigen zu wollen, denn sie haben, zum ersten Mal in der Geschichte, heilige Gewalt zu einer heiligen Pflicht eines jeden Muslims erklärt. Für diese Fundamentalisten gilt der westliche Kolonialismus und nachkoloniale Imperialismus als al-Salibijah, als Kreuzzug“ (Seite 180, Hervorhebung durch uns).

Damit wollen die Muslime offensichtlich an die Kreuzzüge des Mittelalters anknüpfen. Damals, vor fast tausend Jahren, versuchten europäische Heere Gebiete im Nahen Osten zu befreien, die unter muslimische Herrschaft gefallen waren. Aber auch westliche Übergriffe in unserer Zeit, wie der Zweite Weltkrieg, der erste und zweite Irakkrieg und der Afghanistankrieg liegen in den Augen der Muslime auf einer Linie mit den Kreuzzügen des Mittelalters.

Viele Muslime sehen die Ausdehnung moderner westlicher Kultur als einen Kreuzzug, der erst dann ruhen wird, wenn die ganze Welt sich nach dem Westen richtet. Westliche Errungenschaften wie Technik und Medizin mögen zwar gutgeheißen werden, aber andere Aspekte westlicher Kultur, vor allem ihre moralische Orientierung, gelten als Bedrohung des Islams und seiner Lebensweise.

Karen Armstrong schreibt dazu: „Wie wir gesehen haben, taumeln in aller Welt die Anhänger der führenden Religionen unter dem Einfluss westlicher Modernität und versuchen ihm verzweifelt mit einer häufig intoleranten Frömmigkeit zu begegnen, die wir Fundamentalismus nennen“ (ebenda).

Da die Reaktionen gegen die westliche Kultur und gegen das militärische Vorgehen des Westens immer stärker werden, müssen wir damit rechnen, dass islamische Fundamentalisten weiterhin Ziele in den USA und Europa angreifen werden. Zu diesen Zielen können aber auch Muslime gehören, die sich zu einer gemäßigten Lesart des Islams bekennen.

Was die zweite Frage betrifft, nämlich, wohin der Aufstieg des islamischen Fundamentalismus und der Zusammenstoß der Kulturen führen wird, wollen wir uns als Nächstes mit biblischen Prophezeiungen auseinandersetzen.

Eine Allianz arabischer Staaten in der Endzeit?

In der Bibel steht viel zur heutigen Lage im Nahen Osten. Nicht nur das, sondern die Bibel offenbart auch, wohin die Entwicklung führt.

Eine einschlägige Stelle finden wir in Psalm 83. Dieser Psalm mag sich zwar zum Teil auf etwas bezogen haben, das bereits alte Geschichte ist, aber die Hauptbotschaft scheint mit einem Bündnis verschiedener Völker zu tun zu haben, das in der Endzeit aufkommen wird. Der Psalm beschreibt, wie mehrere Völker sich verbünden, um das Volk Israel zu vernichten:

„Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt. Sie machen listige Anschläge wider dein Volk und halten Rat wider die, die bei dir sich bergen. Wohlan! sprechen sie, Lasst uns sie ausrotten, dass sie kein Volk mehr seien und des Namens Israel nicht mehr gedacht werde! Denn sie sind miteinander eins geworden und haben einen Bund wider dich gemacht.“

Es geht hier um ein Bündnis verschiedener Völker, das vordergründig gegen Israel, aber letztendlich gegen Gott selbst kämpft. Für islamische Fundamentalisten jedenfalls gehört die Vernichtung Israels und die Vernichtung anderer Länder wie der USA, deren Bürger zum Teil die Nachfahren der Israeliten sind, zu ihren Hauptzielen.

In Psalm 83, Vers 7 lesen wir von arabischen Völkern, die gemeinsam gegen Israel kämpfen werden. Zu den Edomitern gehören die Palästinenser und manche Türken, zu den Ismaelitern viele arabische Völker im Nahen Osten und Nordafrika. Moab ist mitten in Jordanien. Die Hagariter sind wohl andere Nachkommen Hagars, der Mutter Ismaels. Die Söhne Lots sind die Moabiter und Ammoniter, die heute in Jordanien wohnen. Auch andere Völker werden hier genannt.

Mit dem Untergang des Osmanischen Reiches verbanden Scharif Hussein ibn Ali und viele andere Araber den Traum eines vereinigten arabischen Staates. Könnte das Bündnis verschiedener Völker, das in Psalm 83 erwähnt wird, die Erfüllung dieses Traumes sein? Die gesellschaftlichen und politischen Strömungen, die gegenwärtig durch die arabische Welt fegen, deuten auf diese Möglichkeit hin.

Der Kalif und der König des Südens

Das Wort „Kalif“ stammt vom arabischen „chalifa“, was so viel wie „Nachfolger“ (d. h. Nachfolger Mohammeds) bedeutet. Die letzten Kalifen waren die Osmanen (1517-1924). Viele Muslime träumen von einem neuen Kalifat, das die muslimische Welt vereinigt und die Vorherrschaft des Islams wiederherstellt.

Die Führer von El-Kaida, der Muslimischen Bruderschaft und besonders dem IS sehen sich alle in der Rolle des neuen Kalifen. Vor dem Hintergrund ihrer Gräueltaten dürfte es ihnen aber schwer fallen, die Zustimmung der muslimischen Welt allgemein zu gewinnen.

Sollte sich aber die Gesamtlage ändern, könnte ein Kalif mit der Zustimmung von Millionen Muslimen doch auf den Plan treten. Dann kann man damit rechnen, dass dieser Kalif alle Nichtmuslime mit dem Schwert wird bekehren wollen. Von muslimischen Führern wie Osama bin Laden, dem Gründer von El-Kaida, Muammar al-Gaddafi, dem einstigen starken Mann Libyens, und Abu Bakr al-Baghdadi, dem Kalifen des Islamischen Staates, haben wir immer wieder ein Bekenntnis zu diesem Ziel vernommen.

Krieg zwischen dem König des Südens und dem König des Nordens

In Daniel 11 finden wir eine Prophezeiung, deren Erfüllung sich vom sechsten vorchristlichen Jahrhundert bis zur Rückkehr Jesu Christi erstreckt. Der Hauptteil dieser Prophezeiung beschreibt das dramatische Tauziehen zwischen den Seleukiden und Ptolemäern im Nahen Osten zwischen 485 und 168 v. Chr.

Doch in Vers 40 springt die Prophezeiung in die Endzeit, wo ein Konflikt zwischen einem „König des Nordens“ und einem „König des Südens“ vorausgesagt wird. Ein Teil des Schlüssels zum Verständnis dieser Textpassage ist die Erkenntnis, dass das Heilige Land und Jerusalem im Mittelpunkt dieser Prophezeiung stehen. Die „Könige“, die hier erwähnt werden, sind mächtige Führer, die aus Regionen nördlich und südlich des Heiligen Landes kommen und um die Kontrolle über den Nahen Osten kämpfen werden. Dabei wird Juda unter ihren Füßen zertrampelt werden.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte niemand die Prophezeiungen verstehen, die sich auf diesen Teil der Welt beziehen. Das Osmanische Reich herrschte über die Gebiete, die derzeit von den Hauptgegnern im Nahostkonflikt besetzt sind. Die Erfüllung der Prophezeiung von Daniel 11, Vers 40 wäre vor dem Fall des Osmanischen Reiches und der daraus resultierenden Aufteilung der arabischen Gebiete in die verschiedenen Nationen des heutigen Nahen Ostens nicht möglich gewesen.

Ein noch zukünftiger König des Südens, wahrscheinlich der Führer eines islamischen Völkerbundes in einem wiederhergestellten Kalifat, wird einen Krieg gegen eine Macht im Norden, vermutlich mit Sitz in Europa, entfesseln. Die damit einhergehende Zerstörung wird alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen und die Menschheit an den Rand der Selbstvernichtung führen. Diesem Schicksal wird die Menschheit nur dadurch entgehen, dass Jesus Christus einschreitet und sie von ihrem Wahnsinn abhält.

Der Ausbruch des Krieges zwischen dem König des Südens und dem des Nordens in der Endzeit wird so beschrieben:

„Und zur Zeit des Endes wird sich der König des Südens mit ihm messen, und der König des Nordens wird mit Wagen, Reitern und vielen Schiffen gegen ihn anstürmen und wird in die Länder einfallen und sie überschwemmen und überfluten“ (Daniel 11,40).

Es wird hier nicht gesagt, wie der König des Südens gegen den König des Nordens vorgeht. Der Wortlaut von Vers 40 kann auch im Sinne einer Provokation anstelle eines direkten Angriffs verstanden werden. Vor dem Hintergrund der islamistischen Terroranschläge der letzten Jahre könnte vielleicht eine Reihe von Anschlägen gegen europäische Ziele gemeint sein.

Eindeutig klar ist aber, dass der König des Nordens im Nahen Osten so hart zurückschlagen wird, dass die Kräfte des Königs des Südens völlig überwältigt werden. Nach dieser verheerenden Niederlage wird der König des Südens in der Bibel nicht mehr erwähnt.

Was sollen wir tun?

Der Untergang des Osmanischen Reiches löste eine Ereigniskette aus, die zur heutigen Instabilität im Nahen Osten führte. Von dieser Instabilität lesen wir jeden Tag in den Schlagzeilen. Der Niedergang der Osmanen machte den Weg frei für die Erfüllung biblischer Prophezeiungen. Aus Daniel 11 geht hervor, dass der kommende Krieg zwischen dem König des Südens und dem König des Nordens die ganze Welt umfassen und das Überleben der Menschheit infrage stellen wird. In seiner Prophezeiung auf dem Ölberg sagte Jesus Christus diese Entwicklung voraus:

„Denn es wird eine Schreckenszeit sein, wie die Welt sie noch nie erlebt hat und auch nie wieder erleben wird. Wenn diese Zeit der Not nicht abgekürzt würde, würde die gesamte Menschheit umkommen. Doch wegen der Auserwählten Gottes wird sie abgekürzt werden“ (Matthäus 24,21-22; „Neues Leben“-Übersetzung, Hervorhebung durch uns).

An diesem Angelpunkt der Geschichte wird es darauf ankommen, nicht nur zu wissen, was geschieht, sondern auch das Warum zu verstehen. Vielleicht wäre es an der Zeit, Ihre Bibel zu entstauben und sich darin zu vertiefen. Es ist höchste Zeit, eine innige Beziehung zu unserem himmlischen Vater aufzubauen, denn das könnte Ihre einzige Rettung in der kommenden Notzeit sein.

– GN Mai-Juni 2017 PDF-Datei dieser Ausgabe

Gute Nachrichten
Postfach 301509
D-53195 Bonn

Telefon: (0228) 9 45 46 36
Fax: (0228) 9 45 46 37
E-Mail: info@gutenachrichten.org

Inhaltsverzeichnis ]  Artikel drucken ]  Artikel versenden ] Artikel kommentieren ]


© 1997-2017     Alle Rechte vorbehalten  
Valid XHTML 1.0