Gottes Feste und sein Plan für die Menschen: Sieben Stufen zum Heil

Nur wenige Christen kennen die sieben biblischen Feste, die Jesus, seine Apostel und die ersten Christen hielten. Noch weniger Christen verstehen, wie diese Feste sieben Stufen in Gottes großem Plan zur Errettung der Menschheit versinnbildlichen.

Von Mario Seiglie

Jesus Christus versprach seinen Jüngern eine besondere Kraft, die ihnen helfen wird, seine Unterweisungen richtig zu verstehen und zu behalten. Er sagte ihnen: „Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“ (Johannes 14,25-26).

Im selben Gespräch sagte er noch: „Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten“ (Johannes 16,12-13).

Einige Wochen später zum biblischen Pfingstfest, nachdem Christus von den Toten auferstanden war (Apostelgeschichte 2,4), empfingen die Jünger den heiligen Geist. Dieser Geist gab ihnen die Fähigkeit, die Worte Christi in ihrer ganzen Tragweite zu verstehen.

So wurde ihnen die Bedeutung der Passahsymbole deutlich, die Christus beim letzten Passah mit ihnen, kurz vor seiner Festnahme und Kreuzigung, eingeführt hatte.

Er hatte gesagt: „Mich hat herzlich verlangt, dies Passahlamm mit euch zu essen, ehe ich leide. Denn ich sage euch, dass ich es nicht mehr essen werde, bis es erfüllt wird im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmt ihn und teilt ihn unter euch; denn ich sage euch: Ich werde von nun an nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes kommt.

Und er nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis“ (Lukas 22,15-19; alle Hervorhebungen durch uns).

Die tiefe Bedeutung des Passahs

Jetzt wurde ihnen klar, dass die jährliche Feier des Passahs eine neue Bedeutung angenommen hatte: Sie sollte eine Erinnerung an das Opfer Christi sein, bis er wiederkommt.

Übrigens, Christus hat ihnen nicht gesagt, sie sollten das Passah feiern, bis es von einer zukünftigen Christengeneration durch Ostern ersetzt würde, sondern sie sollten es feiern, bis er zurückkehrte, um das Reich Gottes auf der Erde zu errichten.

Deswegen hat auch Paulus die Gemeinde in Korinth angehalten, das Passah weiterhin zu feiern, aber mit dem neuen Verständnis, das Jesus Christus seinen Nachfolgern vermittelt hatte.

Paulus schrieb: „Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt“ (1. Korinther 11,23-26).

Im Kolosserbrief erklärt Paulus, dass die Feste Gottes „ein Schatten des Zukünftigen“ sind (Kolosser 2,17). Obwohl die Feste an Vergangenes erinnern, weisen sie auch auf Zukünftiges hin. Paulus konnte also sagen: „Denn auch wir haben ein Passahlamm, das ist Christus, der geopfert ist“ (1. Korinther 5,7).

Die tiefe Bedeutung des Festes der Ungesäuerten Brote

In 3. Mose 23 wird nach dem Passah das Fest der Ungesäuerten Brote vorgeschrieben. Die Urgemeinde der Christen hat verstanden, dass auch dieses Fest eine geistliche Bedeutung hat.

Die tiefe Bedeutung des Festes der Ungesäuerten Brote wurde von Paulus erklärt, als er den Gläubigen in Korinth schrieb: „Darum lasst uns das Fest feiern nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern im ungesäuerten Teig der Lauterkeit und Wahrheit“ (Vers 8).

Hier vergleicht Paulus den Sauerteig, der an den sieben Tagen dieses Festes zu meiden ist, mit der Sünde („Bosheit und Schlechtigkeit“) und das ungesäuerte Brot, das ihn ersetzen soll, mit „Lauterkeit und Wahrheit“ – Haltungen, die alle Christen aufweisen sollen.

Wie aufregend muss es für die Apostel und die ersten Christen gewesen sein, in die tiefere Bedeutung dieser biblischen Feste einzudringen! Diese Möglichkeit steht auch uns offen.

Die biblischen Feste mit christlichem Verständnis

Die ersten Christen verbanden Pfingsten mit dem Geschenk des heiligen Geistes, denn gerade an diesem Festtag ist er zum ersten Mal gekommen (Apostelgeschichte 2,1-4). Im Verlauf der Apostelgeschichte lesen wir öfter davon, dass die Urgemeinde die Gewohnheit pflegte, Gottes Feste zu feiern (vgl. dazu Apostelgeschichte 12,3-4; 20,6. 16; 27,9 sowie auch 1. Korinther 16,8).

In einem bekannten englischen Lexikon heißt es dazu: „Die ersten Christen feierten die [in 3. Mose 23 beschriebenen] jüdischen Feste, aber in einem neuen Geist, zum Gedenken an Ereignisse, die als Erfüllung der Feste betrachtet wurden. So wurde das Passah mit dem Verständnis gefeiert, dass Christus das wahre Passahlamm gewesen war“ (Encyclopedia Britannica, 11. Ausgabe, Band 8, Seite 828, Stichwort „Easter“).

Die Grafik oben zeigt Gottes Heilsplan als eine Folge von Stufen, wobei jede Stufe einem Fest entspricht. Wenn man von unten nach oben steigt, wächst man an Erkenntnis, Verständnis und Erfahrung. Die Stufen sind in der gegebenen Reihenfolge zu besteigen. Hier ist das Rückgrat der Bibel dargestellt, von Abel, dem ersten gottergebenen Menschen (siehe Matthäus 23,35), dessen Geschichte im 1. Buch Mose erzählt wird, bis zu den letzten Menschen, die errettet werden und von denen wir im Buch Offenbarung lesen.

Es lohnt sich, die nachfolgend zitierten Bibelstellen mit der obigen Grafik zu vergleichen und die dazu passende Erläuterung der Grafik zu lesen.

Die Stufen in Gottes Heilsplan

Die erste Stufe in Gottes Heilsplan entspricht dem Passah und hat mit Bekehrung zu tun. In der Bibel wird dieser Vorgang „Rechtfertigung“ genannt. Voraussetzung dafür ist, dass wir Beweise der Reue liefern (siehe Matthäus 3,8, Römer 5,1-3 und Titus 3,3-7).

Die zweite Stufe entspricht den Tagen der ungesäuerten Brote, bei denen es darum geht, sich von der Sünde und den verkehrten Werten der Welt abzusondern. In diesem Sinn hat Jesus seine Anhänger beschrieben: „Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit“ (Johannes 17,15-17). Der Vorgang der Absonderung ist mit Reue verknüpft und intensiviert sich danach.

Die dritte Stufe entspricht Pfingsten und dem Empfang des heiligen Geistes, der uns heiligt, das heißt, der uns für Gottes Zwecke aussondert. Wie Paulus sagt: „Wer den Geist Christi nicht hat, der gehört nicht zu ihm“ (Römer 8,9; Einheitsübersetzung).

Den heiligen Geist empfängt man, wenn ein Diener Gottes einem die Hände auflegt: „Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus. Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus. Und als Paulus die Hände auf sie legte, kam der heilige Geist auf sie“ (Apostelgeschichte 19,4-6).

Die vierte Stufe entspricht dem Posaunentag und der Rückkehr Jesu Christi. Wenn Christus wiederkommt, werden die Heiligen aller Zeitalter auferweckt und verherrlicht. Wer sind aber diese Heiligen? Es handelt sich um Menschen, die ihr Leben Gott gewidmet haben, ob sie nun Gläubige in alttestamentlichen Zeiten oder Christen zur Zeit des Neuen Testaments waren. Die Verwandlung wird von Paulus so beschrieben:

„Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden . . . Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht: Der Tod ist verschlungen vom Sieg“ (1. Korinther 15,51-52. 54).

In einer Parallelstelle bestätigt Paulus, dass diese Verwandlung beim Ertönen der (letzten) Posaune stattfinden wird: „Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, die entschlafen sind, durch Jesus mit ihm einherführen. Denn das sagen wir euch mit einem Wort des Herrn, dass wir, die wir leben und übrig bleiben bis zur Ankunft des Herrn, denen nicht zuvorkommen werden, die entschlafen sind. Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen“ (1. Thessalonicher 4,14-16). Die Verbindung zum Posaunentag liegt also auf der Hand.

Die fünfte Stufe entspricht dem Versöhnungstag und der Fesselung des Satans auf tausend Jahre. Das wird die Reinigung der Erde von den Früchten jahrtausendelanger moralischer und geistlicher Korruption ermöglichen. Ganz anders als bisher wird Satan nicht in der Lage sein, die Menschen zu verführen.

Davon lesen wir in Offenbarung 20, Verse 1-3: „Und ich sah einen Engel vom Himmel herabfahren, der hatte den Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand. Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, das ist der Teufel und der Satan, und fesselte ihn für tausend Jahre und warf ihn in den Abgrund und verschloss ihn und setzte ein Siegel oben darauf, damit er die Völker nicht mehr verführen sollte, bis vollendet würden die tausend Jahre.“

Die sechste Stufe entspricht dem Laubhüttenfest und dem tausendjährigen Reich Gottes auf der Erde unter der Herrschaft von Jesus Christus. Pflanzen und Tiere werden nicht mehr unter einem Fluch stehen. Die Erde wird wieder fruchtbar werden und alles wird verschönert.

Wir finden eine Beschreibung dieser Transformation in Jesaja 11, Verse 6-8: „Da werden die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Panther bei den Böcken lagern. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben. Kühe und Bären werden zusammen weiden, dass ihre Jungen beieinander liegen, und Löwen werden Stroh fressen wie die Rinder. Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein entwöhntes Kind wird seine Hand stecken in die Höhle der Natter.“

Die siebte Stufe entspricht dem Fest des achten Tages, auch der Letzte Große Tag genannt, und dem Gericht vor dem großen weißen Thron. Dieses Gericht wird in Offenbarung 20, Verse 11-13 beschrieben und weist auf eine Zeit hin, in der die meisten toten Menschen auferstehen und Gott zum ersten Mal kennenlernen werden. Die Menschen, die in diesem Zeitalter wieder leben, werden aus der Bibel lernen und nach deren Maßstäben beurteilt werden. Wenn sie dann Christus als Heiland annehmen und den siebenstufigen Heilsplan erfolgreich durchlaufen, werden sie in das Buch des Lebens eingetragen werden.

Wie Paulus schreibt: „Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1. Timotheus 2,3-4). Eines Tages wird das passieren!

Wenn die Menschen den Heilsplan erfolgreich absolviert haben, wird Gott, der Vater, mit dem neuen Jerusalem vom Himmel herunterkommen und unter seinen verherrlichten Kindern wohnen. Dann werden alle erretteten Menschen als Kinder Gottes mit Gott in aller Ewigkeit zusammenleben:

„Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein . . . Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! . . . Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein“ (Offenbarung 21,3-7).

Was für einen wunderbaren Heilsplan Gott uns bietet! Das ist ein großartiges Geschenk von Gott, dem Vater, und Jesus Christus für uns alle. Wie weit sind wir aber heute? Sollten Sie sich nicht mal die Zeit nehmen, sich mit den biblischen Festen zu beschäftigen und mehr über Gottes Heilsplan zu erfahren?

– GN Januar-Februar 2017 PDF-Datei dieser Ausgabe

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