Von der Redaktion

Ethik, Religion und Krisen zu Beginn des neuen Jahres

Mancher Leser unserer Zeitschrift hat eine sogenannte Neujahrsresolution gefasst: den festen Vorsatz, im neuen Jahr positive Änderungen in seinem Leben vorzunehmen. Für unsere Welt insgesamt würden wir wohl alle verschiedene Neujahrsresolutionen nur zu gern umgesetzt sehen wollen: ein Ende der Kämpfe in Syrien, dem Irak und Afghanistan; ein Sieg über Armut und Hunger in der Welt, weniger Spannungen zwischen Indien und Pakistan und zwischen China und seinen Nachbarn – und ein Ende des Terrors, der vor Jahresende auch Deutschland heimgesucht hat.

Vor dem Hintergrund der Krisen und ungelösten Probleme, denen die Menschheit zu Beginn des Jahres 2017 gegenübersteht, fragen wir: Welchen Einfluss haben die Weltreligionen auf das ethische Bewusstsein der Menschen gehabt? Knapp 50 Prozent der Weltbevölkerung können sich mit biblischen Persönlichkeiten identifizieren: Christentum, Islam und Judentum. Von den übrigen Menschen bekennt sich ein großer Teil zu einer der anderen Weltreligionen: Buddhismus, Hinduismus usw.

Eigentlich lebt nur eine Minderheit der heutigen Menschen ohne ein Bekenntnis zur Religion. Da müsste man meinen, dass die Lösung der Konflikte ein Leichtes wäre, zumal die großen Weltreligionen das Prinzip der Nächstenliebe lehren. Warum hat uns die Religion nicht ethische Werte nachhaltig vermittelt? Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Die Weltreligionen sind selbst Teil des Problems, sozusagen ein „Systemfehler“, dessen Auftreten bereits im Garten Eden verzeichnet wurde.

Im ersten Buch der Bibel wird uns berichtet, wie die Grundlage unserer Zivilisation gelegt wurde. Adam und Eva standen zwei Lebensweisen zur Auswahl, die durch zwei tatsächliche Bäume im Garten Eden symbolisiert wurden. Der Baum des Lebens repräsentierte Gottes Gesinnung – den Weg des Gehorsams gegenüber Gott und seinem offenbarten Weg. Im Gegensatz dazu versinnbildlichte der andere Baum, der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, den menschlichen Weg der Selbstbestimmung. Dieser Weg symbolisiert die Ablehnung von Gottes Weg. Alle philosophischen Denkmodelle und politischen Systeme des Menschen sind die Frucht dieses Baums, ebenso sämtliche Religionen, deren Inhalte höchstens nur teilweise den Aussagen der Bibel entsprechen.

Selbst das Christentum in seiner heutigen Form ist Gott nicht wirklich untertan. Nach dem Ableben der ersten Christengeneration veränderte sich das Christentum in radikaler Weise, indem Bräuche, Riten und Lehren heidnischen Ursprungs in die Kirche eindrangen. Heute rechtfertigt das Christentum z. B. „gerechte“ Kriege – etwas, das Jesus nie getan hätte.

Seit der richtungsweisenden Entscheidung unserer Ureltern im Garten Eden ernährt sich der Mensch geistig und moralisch vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Im Klartext heißt das: Nach seinen eigenen Vorstellungen bestimmt der Mensch seine Ethik und Moral selbst, und zwar danach, was ihm gut erscheint. Er selbst, nicht Gott, entscheidet, was richtig und falsch ist. Dabei mag er zwar an Gott glauben und ihn sogar nach seinem Verständnis verehren. Aber im Grunde seines Herzens ist er nicht willig, Gottes Offenbarung ohne Abstriche anzunehmen und ist Gott deshalb nicht wirklich vollständig untertan.

Unter dem Einfluss vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen wird es uns leider nicht gelingen, die Probleme der Menschheit zu lösen – ob Krieg, Armut oder Hunger.

– GN Januar-Februar 2017 PDF-Datei dieser Ausgabe

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